Guatemala – Frauen im Kampf ums Leben

CODECA
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CODECA (Comité de Desarrollo Campesino).

Die Geschichte Guatemalas ist geprägt von starken Ungleichheiten, Diskriminierung, Rassismus, Ausgrenzung und internen Kriegen, aber auch von Kämpfen der (indigenen) Gemeinschaften, in denen Frauen eine sehr wichtige Rolle spielten. Während des Bürgerkriegs, der mehr als 36 Jahre dauerte und 1996 mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens «endete», wurden Tausende von Frauen körperlich und seelisch gefoltert. Sie verloren ihre Kinder, ihre Lebenspartner, ihre Väter, Mütter und Schwestern. Viele Frauen wurden vergewaltigt, verstümmelt oder getötet. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle wurde den Tätern ihre gerechte Strafe bis heute nicht zuteil.

Nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens stärkte der «Entwicklungsdiskurs» (das Narrativ der Regierung und der wirtschaftlichen Elite, Anm. d. Red.) in Guatemala das neoliberale System weiter. In diesem Rahmen sind verschiedene transnationale Konzerne ins Land gekommen, um Mega-Extraktionsprojekte, die Ausweitung von Monokulturen, die Privatisierung der Grundversorgung und vieles mehr umzusetzen. Ganz im Gegensatz zum Versprechen der «Entwicklung» für alle, wird dem Geld auf Kosten des Lebens der Vorrang gegeben. Und es sind die Frauen, die unter den aktuellen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in Guatemala am meisten leiden.

Die Mehrheit der Frauen ist von klein auf von der Schulbildung ausgeschlossen, weil sie diejenigen sind, die sich der Hausarbeit und in vielen Fällen auch der Arbeit auf dem Feld widmen. Der damit verbundene Analphabetismus hat Auswirkungen auf ihre Gesundheit, ihre Beschäftigungsmöglichkeiten, die Möglichkeit, ihre Rechte zu kennen und zu verteidigen, ihren Zugang zu Informationen sowie ihre Teilnahme am sozialen und politischen Leben.

Im täglichen Leben zeigt sich die erhoffte «Entwicklung» für viele als eine Illusion. Jeden Tag wandern zahlreiche Menschen in die USA aus, um ein Einkommen zu erzielen, das ihren Familien das Überleben sichert. In vielen Gemeinden bleiben Frauen und Kinder allein zurück, weil die Männer auswandern müssen. Nun sind sie es, die direkt mit den Mega-Extraktionsprojekten konfrontiert sind, die zur Plünderung der natürlichen Ressourcen vordringen.

Trotz der grossen Widrigkeiten und Einschränkungen, denen Frauen in Guatemala ausgesetzt waren und sind, haben sie gekämpft und verschiedene Rollen in der Familie, der Gemeinschaft und der Gesellschaft im Allgemeinen übernommen. Seit 2012 sind die Frauen eine tragende Säule im Kampf von CODECA (Comité de Desarrollo Campesino) für strukturelle Veränderungen zur Verwirklichung des «Buen Vivir» in Guatemala. Jeden Tag erreichen sie mehr Frauen in den Gemeinden, bilden sie aus, mobilisieren auf der Strasse, machen die Situation der Frauen sichtbar und fördern eine breite Partizipation, um den plurinationalen und volksnahen Verfassungsprozess zum Aufbau eines plurinationalen Staates in Guatemala voranzutreiben und sich so in Richtung «Buen Vivir» als gemeinsame Vision zu bewegen. Fastenaktion unterstützt die Frauenbewegung von CODECA im Rahmen des Landesprogramms Guatemala.

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