{"id":1632,"date":"2023-06-28T12:58:40","date_gmt":"2023-06-28T12:58:40","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=1632"},"modified":"2023-07-02T13:18:40","modified_gmt":"2023-07-02T13:18:40","slug":"__trashed","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/1632\/__trashed\/","title":{"rendered":"Banken sollen Investitionen in die Atomwaffenindustrie \u00fcberdenken"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Andreas Nidecker, Arzt und Pr\u00e4sident der KOFF Tr\u00e4gerorganisation Basel Peace Office sowie angesehenes Vorstandsmitglied der Schweizer Organisation Internationale \u00c4rzt:innen zur Verh\u00fctung des Atomkriegs (<em>International Physicians for the Prevention of Nuclear War,<\/em> IPPNW Schweiz), hielt am 5. April 2023 eine eindr\u00fcckliche Rede anl\u00e4sslich der UBS Generalversammlung. In seiner Ansprache verdeutlichte er, dass die UBS ihre Investmentstrategie dringend \u00fcberpr\u00fcfen m\u00fcsse, insbesondere im Hinblick auf die Atomwaffenindustrie.<\/p>\n\n\n\n<p>Nidecker verwies auf die potenziell katastrophalen Auswirkungen eines Atomkriegs und betonte die Bedeutung verantwortungsvoller Investmententscheide. Er erinnerte die Anwesenden an die zahlreichen Herausforderungen, denen die Welt gegen\u00fcbersteht, wie etwa Covid-19, dem Krieg in der Ukraine, der Energiekrise und nun dem Kollaps der Credit Suisse. Die gr\u00f6sste Gefahr f\u00fcr die Menschheit sei jedoch, so Nidecker, diejenige eines Atomkriegs, der im aktuellen Krieg in Europa Wirklichkeit werden k\u00f6nnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit seinen Kolleg:innen von IPPNW, Tr\u00e4gerin des Friedensnobelpreises von 1985, hat sich Nidecker lange Zeit mit den katastrophalen Folgen der atomaren Kriegsf\u00fchrung auseinandergesetzt. In seiner Rede brachte er grosse Bedenken im Hinblick auf die indirekte Unterst\u00fctzung des atomaren Wettr\u00fcstens durch die Finanzinvestitionen der UBS zum Ausdruck. Zwischen Januar 2021 und Juli 2022 habe die UBS etwa 3,3&nbsp;Milliarden US-Dollar in sieben Firmen investiert, die Atomwaffen oder Teile davon produzieren, darunter namhafte europ\u00e4ische und US-amerikanische Unternehmen wie Airbus, Boeing, Honeywell, Lockheed Martin und Raytheon, so Nidecker. Airbus etwa baue Flugzeuge f\u00fcr die Zivilluftfahrt, aber \u2013 was nur wenige w\u00fcssten \u2013 auch Atombomben f\u00fcr die franz\u00f6sische Force de frappe. Boeing wiederum spiele eine wichtige Rolle bei der Produktion von mit nuklearen Sprengk\u00f6pfen ausger\u00fcsteten Interkontinentalraketen (ICBMs), der B61-Wasserstoffbomben und best\u00fccke die atomaren Trident-Unterseeboote.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist die UBS nicht alleine: Laut dem j\u00e4hrlich erscheinenden Bericht \u00fcber Unternehmen, die an der Produktion von Atomwaffen beteiligt sind, dem \u00abDon\u2019t bank on the bomb report\u00bb, haben 306 global t\u00e4tige Banken 24 Atomwaffen-Produzenten mit total 748&nbsp;Milliarden US-Dollar alimentiert. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die R\u00fcstungsindustrie und die globalen Finanzinstitute die Haupttreiber der nuklearen Proliferation sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der Tatsache, dass die Schweiz 1977 den internationalen Vertrag \u00fcber die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) unterzeichnet hat, stellte Nidecker entsprechende Fragen. Sollte sich die Schweiz als neutrales Land nicht konkreter f\u00fcr eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen? Die Schweiz hat den Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) von ICAN, der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, noch nicht unterzeichnet, doch National- und St\u00e4nderat haben sich beide f\u00fcr den AVV ausgesprochen. Sollten die sicherheitspolitischen Ziele der Schweiz nicht auch der Orientierung der UBS dienen? Basel Peace Office ist zutiefst davon \u00fcberzeugt, dass eine klar deklarierte Desinvestment-Politik und die Abkoppelung von der Atomwaffenindustrie der UBS viel Unterst\u00fctzung und Sympathie einbringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Als global t\u00e4tiges Finanzunternehmen hat die UBS einen grossen Einfluss und beteuert, dass es ethischen Grunds\u00e4tzen folgt. Das, so Nidecker, solle die UBS nutzen, um sich f\u00fcr ein Desinvestment in die Atomwaffenindustrie einzusetzen, damit stattdessen der Kampf gegen den Klimawandel oder Friedensf\u00f6rderungsaktivit\u00e4ten unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen. Dies w\u00fcrde die globalen Bem\u00fchungen um ein friedliches Zusammenleben st\u00e4rken und den Weg f\u00fcr erfolgreiche Finanzaktivit\u00e4ten in einer stabileren globalen Zukunft ebnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Andreas Nidecker, Arzt und Pr\u00e4sident der KOFF Tr\u00e4gerorganisation Basel Peace Office sowie angesehenes Vorstandsmitglied der Schweizer Organisation Internationale \u00c4rzt:innen zur Verh\u00fctung des Atomkriegs (International Physicians for the Prevention of Nuclear War, IPPNW Schweiz), hielt am 5. April 2023 eine eindr\u00fcckliche Rede anl\u00e4sslich der UBS Generalversammlung. 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