{"id":1673,"date":"2023-07-02T13:40:23","date_gmt":"2023-07-02T13:40:23","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=1673"},"modified":"2023-07-03T09:34:18","modified_gmt":"2023-07-03T09:34:18","slug":"fur-eine-wirtschaft-im-dienste-des-friedens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/1673\/fur-eine-wirtschaft-im-dienste-des-friedens\/","title":{"rendered":"F\u00fcr eine Wirtschaft im Dienste des Friedens"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Gr\u00fcnde sprechen f\u00fcr eine bessere Finanzierung von Friedensarbeit. Oft wird gesagt, die Akteur:innen des Finanzmarktes w\u00fcrden rationale Entscheidungen treffen. Wenn es um Frieden oder Sicherheit geht, wird allerdings vor allem eines finanziert: der Krieg. Ist das rational? Um einen langfristigen, umfassenden Frieden zu schaffen und zu erhalten, muss diese Tendenz umgedreht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst ist festzustellen, dass die Werkzeuge des Friedens im Vergleich zu denjenigen des Kriegs besonders kosteng\u00fcnstig sind. Das Vermitteln von Bildung f\u00fcr eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, wie in den nachhaltigen Entwicklungszielen (Nr. 4.7) dargelegt, f\u00e4llt unter die \u00fcblichen Ausbildungskosten. Die Ausbildung und die Bezahlung von Mediator:innen, die Bereitstellung von \u00d6rtlichkeiten sowie der n\u00f6tigen Mittel, damit diese betroffene Personen und Bev\u00f6lkerungsgruppen erreichen und unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, sind immer noch g\u00fcnstiger als die Abertausenden von Soldat:innen und Offizier:innen mit ihren Waffenpl\u00e4tzen und ihrer Bewaffnung. G\u00fcnstiger w\u00e4re auch, Pr\u00e4vention und Zukunftsforschung in die \u00f6ffentliche Sicherheitspolitik einzubringen, ein akzeptables Existenzminimum sowie die Erziehung zum sozialen Miteinander sicherzustellen, statt Wiedergutmachung infolge von Gewalt gegen Personen oder auch Infrastrukturen zu leisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Findet aktuell ein Umdenken statt? \u00abDie Welt ist \u00fcberbewaffnet, der Frieden unterfinanziert\u00bb, sagte Ban Ki-Moon, als er UNO-Generalsekret\u00e4r war. Dieser Aufruf ist teilweise auf offene Ohren gestossen, denn mittlerweile gibt es einen UNO-Fonds f\u00fcr Friedenskonsolidierung. Ant\u00f3nio Guterres und die UNO-Generalversammlung fordern, dass alle Staaten Friedensarbeit (einige Arbeitspl\u00e4tze) im Rahmen des regul\u00e4ren Organisationsbudgets finanzieren. Bescheidene Schritte, die nur m\u00fchevoll zu einem Konsens f\u00fchren, aber dennoch auf ihre Art und Weise den Bedarf sichtbar machen. Zudem sind viele Staaten daran beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr die Zivilgesellschaft ist der Bedarf nach einer Finanzierung des Friedens sp\u00fcrbar.<br>Zwar wird die Sensibilisierungsarbeit f\u00fcr den Frieden in der \u00d6ffentlichkeit oft politisiert, tats\u00e4chlich aber findet sie vor allem in Kleinstrukturen statt, in denen die meisten unentgeltlich arbeiten oder sehr schlecht bezahlt werden. Friedensf\u00f6rderung ist jedoch ein ehrbarer Beruf, der einen fairen Lohn rechtfertigt oder rechtfertigen sollte. Gl\u00fccklicherweise gibt es Fortschritte und der Beruf ist mittlerweile mehr oder weniger gut in staatliche und akademische Institutionen oder in Entwicklungsorganisationen eingebunden. Nach wie vor gibt es aber zu wenig Platz f\u00fcr unabh\u00e4ngige Forscher:innen und Praktiker:innen; noch ist es kein eigenst\u00e4ndiger Beruf.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal f\u00fchrt die fehlende oder schlechte Finanzierung des Friedens sogar zu einer Verweigerung der Finanzierung des Milit\u00e4rhaushalts aus Gewissensgr\u00fcnden. Die Menschen wollen ihre Steuern stattdessen lieber zugunsten von Friedensprojekten zahlen. Dies ist auch gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass die Milit\u00e4rausgaben immer mehr durch die Mehrwertsteuer finanziert werden, die f\u00fcr Menschen in bescheidenen Verh\u00e4ltnissen h\u00f6her ausf\u00e4llt als f\u00fcr die Oberschicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschliessend soll daran erinnert werden, dass eine friedensfreundliche \u00f6ffentliche und private Wirtschaft, die ihre eigene Sicherheit finanziert, ohne auf zivile oder milit\u00e4rische Gewalt zur\u00fcckzugreifen, sich selbst auf nachhaltigere Weise f\u00f6rdert. Zudem ist sie ethischer und sicherlich menschlicher. Demnach tr\u00e4gt die Finanzierung des Friedens zur Schaffung eines Wirtschaftssystems bei, das Mensch und Umwelt zugutekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Sie k\u00f6nnen den Frieden finanzieren.<br><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Gr\u00fcnde sprechen f\u00fcr eine bessere Finanzierung von Friedensarbeit. Oft wird gesagt, die Akteur:innen des Finanzmarktes w\u00fcrden rationale Entscheidungen treffen. Wenn es um Frieden oder Sicherheit geht, wird allerdings vor allem eines finanziert: der Krieg. Ist das rational? Um einen langfristigen, umfassenden Frieden zu schaffen und zu erhalten, muss diese Tendenz umgedreht werden. 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