{"id":3275,"date":"2024-03-25T15:25:18","date_gmt":"2024-03-25T15:25:18","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=3275"},"modified":"2024-03-25T15:25:18","modified_gmt":"2024-03-25T15:25:18","slug":"friedensprozesse-verstehen-narrative-muessen-feministisch-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/3275\/friedensprozesse-verstehen-narrative-muessen-feministisch-werden\/","title":{"rendered":"Friedensprozesse verstehen \u2013 Narrative m\u00fcssen feministisch werden"},"content":{"rendered":"\n<p><br>Welche Bilder l\u00f6st das Wort \u00abFriedensprozess\u00bb bei Ihnen aus? Stellen Sie sich einen grossen Raum vor? M\u00e4nner, die jahrelang verhandeln? Dann die Kulmination: eine Zeremonie, an der die Konfliktparteien ein Abkommen unterzeichnen und das Foto des Handschlags, das um die Welt geht? Von bombardierten St\u00e4dten zu einer friedlichen Gesellschaft \u00fcber einen Handschlag und Dutzende Seiten Papier: Illusion? Kriegsende bedeutet in den wenigsten F\u00e4llen Frieden. Wieso wird dies denn nach wie vor so kommuniziert?<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2000 verlangt die UNO-Resolution 1325 eine st\u00e4rkere Teilnahme von Frauen an Friedensprozessen, verschiedene Studien<sup>1<\/sup> belegen die positiven Konsequenzen einer solchen Einflussnahme von Frauen. Tatsache ist, dass Frauen t\u00e4glich an nachhaltigem Frieden arbeiten. Um diese Friedensbildung sichtbarer zu machen, muss man das Verst\u00e4ndnis von Friedensprozessen erweitern und besser kommunizieren.<br>PeaceWomen Across the Globe (PWAG) hat das g\u00e4ngige Bild hinterfragt, dekonstruiert und die Einflussnahme von Frauen beleuchtet. Resultat dieser Arbeit ist ein graphisches Instrument (unten abgebildet), das einerseits die unterschiedlichen Stadien eines m\u00f6glichen Friedensprozesses darstellt, und andererseits die diversen Rollen und die Einflussnahme der Frauen, den Friedensprozess anzutreiben oder R\u00fcckschritte zu verhindern, in den Mittelpunkt stellt. Dieses Instrument ist nicht als theoretisches Modell gedacht, das universell anwendbar ist, sondern als Fragestellung und Input f\u00fcr analytische Gespr\u00e4che und als Anregung, die g\u00e4ngigen Narrative mit feministischen Visionen zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/WB-Grafik-2-1024x566.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3276\" width=\"765\" height=\"423\" srcset=\"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/WB-Grafik-2-1024x566.jpg 1024w, https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/WB-Grafik-2-600x332.jpg 600w, https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/WB-Grafik-2.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 765px) 100vw, 765px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die graphische Darstellung soll die Komplexit\u00e4t von Friedensprozessen aufzeigen. Anhand der Grafik k\u00f6nnen so beispielsweise die Relevanz der Wiedervers\u00f6hnung und Vergangenheitsarbeit im Rahmen der Pr\u00e4vention zuk\u00fcnftiger Konflikte oder die Bedeutung des Schaffens von Friedensabsichten w\u00e4hrend eines bewaffneten Konfliktes besser kommuniziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder illustrierte Prozessabschnitt erm\u00f6glicht so, die Friedensarbeit mit feministischen Friedensvisionen zu verbinden. Ein Beispiel: Die Forderung unserer Partner:innen in der Ukraine, im Rahmen der Friedensbem\u00fchungen in soziale Transformation, Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit zu investieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Friedensarbeit von Frauen glaubhaft miteinzubeziehen, ben\u00f6tigt es vermehrt feministische Narrative, die kommunikativ aufgegriffen werden. Daf\u00fcr braucht es das Engagement von Zivilgesellschaft, Medienschaffenden und staatlichen Institutionen, differenzierter \u00fcber Friedensprozesse zu kommunizieren. Damit das Bild des m\u00e4nnlichen Handschlags mit dem der t\u00e4glichen Konfliktpr\u00e4vention und -transformation, die speziell von Frauen geleistet wird, ersetzt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><sup>[1] Als Beispiel sei erw\u00e4hnt: Thania Paffenholz, Nick Ross, Steven Dixon, Anna-Lena Schluchter and Jacqui True, \u201cMaking Women Count &#8211; Not Just Counting Women: Assessing Women\u2019s Inclusion and Influence on Peace Negotiations,\u201d Geneva: Inclusive Peace and Transition Initiative (The Graduate Institute of International and Development Studies), UN Women, April 2016.<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Bilder l\u00f6st das Wort \u00abFriedensprozess\u00bb bei Ihnen aus? Stellen Sie sich einen grossen Raum vor? M\u00e4nner, die jahrelang verhandeln? Dann die Kulmination: eine Zeremonie, an der die Konfliktparteien ein Abkommen unterzeichnen und das Foto des Handschlags, das um die Welt geht? 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