{"id":3462,"date":"2024-03-25T15:25:18","date_gmt":"2024-03-25T15:25:18","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=3462"},"modified":"2024-03-26T08:30:40","modified_gmt":"2024-03-26T08:30:40","slug":"guatemala-die-resilienz-von-menschenrechtsverteidigerinnen-gegen-diffamierung-im-internet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/3462\/guatemala-die-resilienz-von-menschenrechtsverteidigerinnen-gegen-diffamierung-im-internet\/","title":{"rendered":"Guatemala <strong>\u2013<\/strong> Die Resilienz von Menschenrechtsverteidiger:innen gegen Diffamierung im Internet"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Seit drei Jahren ist Lesbia Artola, Verteidigerin und Koordinatorin des Comit\u00e9 Campesino del Altiplano (CCDA) in der guatemaltekischen Region \u201cLas Verapaces\u201d zum Ziel von Drohungen und Verleumdungen in den lokalen und nationalen Medien sowie in sozialen Netzwerken geworden. Landwirt:innen und Landbesitzer:innen denunzieren sie wegen der Organisation der Besetzungen ihres Lands und auf Grund angeblicher Verbindungen zu organisiertem Verbrechen. Diese Drohungen und Anschuldigungen verbergen Eigeninteressen, die darauf abzielen, die T\u00e4tigkeit von Menschenrechtsverteidiger:innen zu behindern. Im Jahr 2019, wurden mehr als 700 Strafanzeigen gegen CCDA-Mitglieder gemacht \u2013 die meisten kommen von Familien and Unternehmen mit offensichtlichem territorialem Interesse. F\u00fcr Umwelts- und Menschenrechtsverteidiger:innen ist Guatemala eins der gef\u00e4hrlichsten L\u00e4nder der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jorunalist:innen sind ebenfalls dieser Kriminalisierung und Bedrohung ausgesetzt, die oft vom Staat selbst initiiert wird. Der Lokaljournalist Carlos Choc dr\u00fcckte es so aus: &#8220;Das Internet und die sozialen Netzwerke sind voll von Trollen, die Drohungen und Verleumdungen versenden&#8221;. Net Centers, kleine Unternehmen, die Hunderte von fiktiven Konten in sozialen Netzwerken verwalten, werden heute h\u00e4ufig eingesetzt, um Gegner:innen der guatemaltekischen Elite unerbittlich zu schikanieren und einzusch\u00fcchtern. Er erkl\u00e4rt, dass diese Strategie darauf abzielt, die journalistische Arbeit zu diskreditieren, und zu Angriffen f\u00fchrt, auch von staatlichen Stellen wie den \u00f6ffentlichen Sicherheitsbeh\u00f6rden. Die Nationale Zivilpolizei nimmt Journalist:innen und Medien ins Visier, insbesondere bei Demonstrationen oder in Situationen, in denen sie versucht, die Verbreitung belastender Ereignisse zu unterdr\u00fccken, um die Straffreiheit f\u00fcr Verbrechen oder Rechtsverletzungen in l\u00e4ndlichen Gebieten aufrechtzuerhalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Da es keine greifbaren Beweise gibt, sind diese Journalist:innen und Verteidiger:innen h\u00e4ufig in langwierige und teure Gerichtsverfahren verwickelt, aber ihre Entschlossenheit und \u00dcberzeugung treiben sie an, ihren Einsatz fortzusetzen. Sie passen sich st\u00e4ndig an, um Ungerechtigkeiten anzuprangern und sich gegen Zensur und Repression zu wehren, wobei sie gro\u00dfen Wert auf physische und digitale Sicherheit legen. Die Zusammenarbeit auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene ist eine Priorit\u00e4t, was die entscheidende Bedeutung von Partnerschaften mit internationalen Organisationen unterstreicht. So organisiert Peace Brigades International (PBI) beispielsweise Advocacy-Touren, die es Menschenrechtsverteidiger:innen erm\u00f6glichen, ihre Arbeit vor dem Menschenrechtsrat und anderen UN-Foren zu pr\u00e4sentieren, Einsch\u00fcchterungen anzuprangern und mit Unterst\u00fctzung der internationalen Gemeinschaft Druck auf die guatemaltekische Regierung auszu\u00fcben. Gleichzeitig bietet PBI Unterst\u00fctzung vor Ort, um ihre Sicherheit zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Kontext, in dem die guatemaltekische Zivilgesellschaft zunehmend eingeschr\u00e4nkt wird, ist die Suche nach Unterst\u00fctzung von au\u00dfen unerl\u00e4sslich geworden, wie eine guatemaltekische Aktivistin bei ihrem Besuch in der Schweiz betonte: &#8220;Es ist wichtig f\u00fcr uns zu wissen, dass wir nicht alleine sind.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit drei Jahren ist Lesbia Artola, Verteidigerin und Koordinatorin des Comit\u00e9 Campesino del Altiplano (CCDA) in der guatemaltekischen Region \u201cLas Verapaces\u201d zum Ziel von Drohungen und Verleumdungen in den lokalen und nationalen Medien sowie in sozialen Netzwerken geworden. 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