{"id":4239,"date":"2024-09-09T08:44:11","date_gmt":"2024-09-09T08:44:11","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=4239"},"modified":"2024-09-12T11:41:26","modified_gmt":"2024-09-12T11:41:26","slug":"myanmar-kultur-fur-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/4239\/myanmar-kultur-fur-frieden\/","title":{"rendered":"Myanmar \u2013 Kultur f\u00fcr Frieden"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Kultur ist in Myanmar sowohl eine Konfliktquelle als auch eine Br\u00fccke f\u00fcr den Dialog. 2012 kam es im n\u00f6rdlichen Teil des myanmarischen Bundesstaats Rakhine zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Bev\u00f6lkerungsgruppen der buddhistischen Rakhine und der muslimischen Rohingya. Die Ausschreitungen gegen Muslime in Meiktila im Jahr darauf f\u00fchrten zu noch gr\u00f6sseren Spannungen und zu einer Eskalation der Gewalt. 2017 versch\u00e4rfte sich die Rohingya-Krise weiter: Muslimische Rohingya wurden verfolgt und ermordet. Durch die Politisierung und Manipulation kultureller Ausdrucksformen, insbesondere in Bezug auf ethnische Identit\u00e4ten und religi\u00f6se \u00dcberzeugungen, haben sich die Spannungen und Streitigkeiten intensiviert, was die Friedensf\u00f6rderung erschwert. Kunst- und Kulturschaffende stehen vor grossen Herausforderungen, da es keine inklusive Bildung und keine sicheren R\u00e4ume f\u00fcr den Dialog gibt. Was sie brauchen, sind Schutzmassnahmen und eine unterst\u00fctzende Politik, damit Kunst und Kultur nicht als Werkzeuge des Konflikts, sondern als Werkzeuge des Friedens dienen k\u00f6nnen. <em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Um den diskriminierungsfreien interkulturellen Dialog und die Sensibilisierung f\u00fcr Vielfalt durch Kunst und Kultur zu f\u00f6rdern, wurde von 2020 bis 2023 das Projekt <a href=\"https:\/\/www.helvetas.org\/en\/myanmar\/what-we-do\/how-we-work\/our-projects\/Asia\/Myanmar\/myanmar-cultureforpeace\">Culture for Peace<\/a> (C4P) durchgef\u00fchrt. Das von der Europ\u00e4ischen Union kofinanzierte und von Helvetas Myanmar, Religions for Peace Myanmar und dem Local Resource Centre umgesetzte Projekt trug erheblich zum Ausbau der Kapazit\u00e4ten von zivilgesellschaftlichen Organisationen (ZGO), Kunstschaffenden und religions\u00fcbergreifenden Gruppen bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen von C4P erhielten 300 lokale ZGOs Schulungen sowie finanzielle Mittel, um Kunst und Kultur f\u00fcr Frieden und sozialen Zusammenhalt einzusetzen. Sie schufen sichere R\u00e4ume f\u00fcr den Dialog, halfen Gemeinschaften bei der Organisation von Kunst- und Kulturveranstaltungen und entwickelten Initiativen f\u00fcr das Gemeinwohl, ein friedliches Zusammenleben und die Wertsch\u00e4tzung von Vielfalt. Dadurch gelang es, Menschen zusammenzubringen, Gespr\u00e4che anzubahnen, Vertrauen zwischen unterschiedlichen Gruppen aufzubauen und zur Erhaltung des kulturellen Erbes beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Unterst\u00fctzung von ZGOs zielte das Projekt auch darauf ab, die Resilienz und die berufliche Weiterentwicklung von Einzelpersonen im Kulturbereich zu verbessern. Wenn diese ihre Rechte auf Meinungsfreiheit kennen, k\u00f6nnen sie als Katalysatoren f\u00fcr gesellschaftlichen Wandel agieren. Hierf\u00fcr gab es 114 weitere Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Erstellung verschiedener Kunstwerke, einschliesslich traditioneller Handwerkskunst, Malerei, Skulpturen, Theater-, Tanz- und Musikdarbietungen, die den kulturellen Reichtum Myanmars widerspiegeln. Die Initiative erwies sich als wirkungsvolles Medium, um \u00fcber Sprachbarrieren hinweg Geschichten, Emotionen und Botschaften zu \u00fcbermitteln. So wurde zum Beispiel mit nonverbalem Strassentheater der Pluralismus gef\u00f6rdert, w\u00e4hrend Musik, die zum Frieden aufrief und das durch Krieg verursachte Leid zum Ausdruck brachte, zum Nachdenken anregte und tiefe Emotionen hervorrief.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese k\u00fcnstlerischen Ausdrucksformen waren aus der Zusammenarbeit zwischen K\u00fcnstler:innen und Gemeinden entstanden, die sich ihrerseits an der Bildung von Netzwerken f\u00fcr zivilgesellschaftliches Engagement beteiligten. Durch die Entwicklung strategischer Aktionspl\u00e4ne haben diese Netzwerke sichergestellt, dass ihre Arbeit auch nach dem Auslaufen des C4P-Projekts nachwirkt und ausgebaut wird. Ihr Fortbestehen ist entscheidend, denn C4P hat gezeigt, dass sowohl Kunst an sich als auch Kunst- und Kulturschaffende massgeblich zur Wiederherstellung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und zur Auss\u00f6hnung nach dem B\u00fcrgerkrieg beitragen. Kontinuit\u00e4t wird hoffentlich auch durch eines der wichtigsten Projektergebnisse gew\u00e4hrleistet, die <a href=\"https:\/\/themimu.info\/node\/109628\">Pluralismus-Toolbox<\/a>, die ZGOs, Kunstschaffenden und religions\u00fcbergreifenden Gruppen in Myanmar mit verschiedenen Methoden als Anleitung f\u00fcr Friedens- und Pluralismusf\u00f6rderung dient.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weitere Informationen finden Sie in der <\/em><a href=\"https:\/\/www.helvetas.org\/Publications-PDFs\/Asia\/Myanmar\/C4P\/Culture%20for%20Peace-C4P%20Final%20Publication.pdf\"><em>Publikation<\/em><\/a><em> sowie in der <\/em><a href=\"https:\/\/www.helvetas.org\/Publications-PDFs\/Switzerland\/Governance_Peace_Migration\/Culture_for_Peace_Capitalization_of_Experiences.pdf\"><em>Auswertung<\/em><\/a><em> des Projekts.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kultur ist in Myanmar sowohl eine Konfliktquelle als auch eine Br\u00fccke f\u00fcr den Dialog. 2012 kam es im n\u00f6rdlichen Teil des myanmarischen Bundesstaats Rakhine zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Bev\u00f6lkerungsgruppen der buddhistischen Rakhine und der muslimischen Rohingya. 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