{"id":4290,"date":"2024-09-09T08:44:11","date_gmt":"2024-09-09T08:44:11","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=4290"},"modified":"2024-09-09T08:53:07","modified_gmt":"2024-09-09T08:53:07","slug":"inter-und-transkulturelle-kompetenzen-als-grundlage-fur-ein-friedliches-zusammenleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/4290\/inter-und-transkulturelle-kompetenzen-als-grundlage-fur-ein-friedliches-zusammenleben\/","title":{"rendered":"Inter- und transkulturelle Kompetenzen als Grundlage f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein Interview mit den Jugendbotschafter:innen Clifford Ibrahim (Nigeria), Katherine Meza Alegre (Peru) and Musung Mun (South Korea)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autorinnen: Seraina Willi (Mission 21), Barbara Grass (Mission 21), Dorothea Schiewer (KOFF\/swisspeace)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Mission 21 von der Erweiterung von inter- und transkulturellen Kompetenzen spricht, dann im Verst\u00e4ndnis, dass dies wesentliche Grundkompetenzen f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben in Diversit\u00e4t sind. Interkulturelle Kompetenzen werden ben\u00f6tigt, um Unterschiede zu erkennen, zu verstehen und zu differenzieren. In den transkulturellen Kompetenzen werden die interkulturellen Kompetenzen und das dadurch gewonnene Verst\u00e4ndnis kombiniert mit Selbstreflexion und Kommunikationsf\u00e4higkeiten, um Ressourcen zu erkennen und gemeinsam L\u00f6sungen zu kreieren. Und eben nicht im Unterschied zu verharren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Jugendbotschaftsprogramm 2023-2025 ist ein von young@mission21 organisiertes, Austauschprogramm f\u00fcr junge Erwachsene. Es zielt darauf ab, sie durch die gesammelten Erfahrungen im Programm zu Multiplikator:innen zu machen, die sich f\u00fcr friedliche und gerechte Gesellschaften einsetzen. \u00dcber 30 Personen aus 15 L\u00e4ndern in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika nehmen teil. Diesen Sommer trafen sie sich zu einem zweiw\u00f6chigen interkulturellen Austausch in der Schweiz. Die drei Jugendbotschafter:innen Clifford Ibrahim aus Nigeria, Katherine Meza Alegre aus Peru und Musung Mun aus S\u00fcdkorea berichten in diesem Artikel \u00fcber ihre Erfahrungen im Programm und ihre Perspektive auf die Zusammenh\u00e4nge zwischen Kultur und Frieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei sind sich einig, dass Kultur ein zweischneidiges Schwert ist: Kultur kann zu Frieden, wie auch zu Konflikt beitragen. Clifford Ibrahim beschreibt Kultur als Zusammenspiel zwischen Ansichten, Werten, Traditionen und Verhaltensweisen, die einer Gruppe Identit\u00e4t geben. Katherine Meza Alegre betont: \u00abEs gibt keine gute oder schlechte Kultur, aber es gibt gute und schlechte kulturelle Praktiken zum Beispiel, wenn es darum geht Macht oder Ressourcen zu erlangen.\u00bb Auch durch Missinterpretationen von kulturellen Praktiken und kulturellen Unterschiede kann es zu Konflikten kommen. Musung Mun ist jedoch der \u00dcberzeugung, dass Kultur ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr sich selbst und f\u00fcr andere erm\u00f6glichen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau um dieses Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere und sich selbst ging es in der Begegnung der Jugendbotschafter:innen im Sommer 2024. In der diversen Gruppe wurden kontroverse Themen diskutiert. Musung Mun beschreibt diese Erfahrung so: \u00abWir haben vor allem verschiedene ungerechte Themen wie die Klimakrise, Geschlechterkonflikte oder geschlechtsspezifische Gewalt und Krieg eingehend diskutiert. Wir haben mehr als zwei Wochen gemeinsam dar\u00fcber nachgedacht, wie wir diese Probleme erleben und wie wir sie l\u00f6sen wollen, was unser Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Ph\u00e4nomene erweitert hat, die in unserer eigenen Kultur und in der Kultur anderer auftreten.\u00bb Die Teilnehmenden kamen aktiv in den Austausch, nahmen neue Perspektiven ein und lernten voneinander. So konnten sie ihre inter- und transkulturellen Kompetenzen vertiefen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich kann es in solchen Begegnungen zu pers\u00f6nlichen Grenzerfahrungen kommen, selbst wenn man sich noch so offen und interessiert zeigt. Den Umgang mit diesen Grenzen zu reflektieren, betrachtet Mission 21 als wichtigen Lernzprozess:&nbsp;Manchmal gilt es, Unterschiede auszuhalten, die vielleicht viel Unverst\u00e4ndnis ausl\u00f6sen und keine schnellen Kompromisse zulassen. Oft wird gerade diese Erfahrung von den Teilnehmenden als wertvoll bezeichnet: Trotz teilweise sehr unterschiedlichen Perspektiven teilt man mit diesen Menschen Erfahrungen und hat auch Gemeinsamkeiten gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die drei interviewten Jugendbotschafter:innen betonen wie wichtig es ist ein Bewusstsein f\u00fcr andere Kulturen und deren Unterschiede zu erlangen. Gleichzeitig hebt Katherine Meza Alegre hervor: \u00abEs geht weniger darum kulturelle Unterschiede zu \u00fcberbr\u00fccken und mehr darum zu lernen mit kulturellen Unterschieden umzugehen. Es gibt Gr\u00fcnde f\u00fcr diese kulturellen Unterschiede und sie haben auch ihren eigenen Wert.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Friedliches Zusammenleben bedeutet genau das: Dass wir einander zuh\u00f6ren, versuchen zu verstehen, akzeptieren, dass wir nicht alles verstehen k\u00f6nnen oder m\u00fcssen, und dabei den Menschen mit seinen vielf\u00e4ltigen Aspekten sehen und uns nicht nur auf Unterschiede fokussieren. Clifford Ibrahim beschreibt das aus seiner Perspektive so: \u00abDas Programm tr\u00e4gt zur Friedensf\u00f6rderung bei, indem es Austausch, Empathie, Respekt und ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diverse Kulturen f\u00f6rdert und Stereotype aufbricht. Es best\u00e4rkt Menschen, aktive Akteure des Wandels zu werden, indem ihnen die F\u00e4higkeiten und das Selbstvertrauen vermittelt werden, Konflikte in ihren Gemeinschaften anzugehen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Das aktuelle Programm (2023-2025) wird von der Stiftung Movetia und der Stiftung Wegweiser grossz\u00fcgig unterst\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Interview mit den Jugendbotschafter:innen Clifford Ibrahim (Nigeria), Katherine Meza Alegre (Peru) and Musung Mun (South Korea) Autorinnen: Seraina Willi (Mission 21), Barbara Grass (Mission 21), Dorothea Schiewer (KOFF\/swisspeace) Wenn Mission 21 von der Erweiterung von inter- und transkulturellen Kompetenzen spricht, dann im Verst\u00e4ndnis, dass dies wesentliche Grundkompetenzen f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben in Diversit\u00e4t sind. <a href=\"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/4290\/inter-und-transkulturelle-kompetenzen-als-grundlage-fur-ein-friedliches-zusammenleben\/\" class=\"more-link\">&#8230;<span class=\"screen-reader-text\">  Inter- und transkulturelle Kompetenzen als Grundlage f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":4285,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":""},"categories":[73],"tags":[],"issue":[304],"acf":[],"author_meta":{"display_name":"\u00e0 propos","author_link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/author\/apropos\/"},"featured_img":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Mission21_2_186-600x332.png","coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/category\/reports-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Dossier<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Dossier<\/span>"]}},"comment_count":0,"relative_dates":{"created":"Posted 2 years ago","modified":"Updated 2 years ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on September 9, 2024","modified":"Updated on September 9, 2024"},"absolute_dates_time":{"created":"Posted on September 9, 2024 8:44 am","modified":"Updated on September 9, 2024 8:53 am"},"featured_img_caption":"","series_order":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4290"}],"collection":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4290"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4290\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4523,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4290\/revisions\/4523"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4285"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4290"},{"taxonomy":"issue","embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/issue?post=4290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}