{"id":4706,"date":"2024-12-18T09:43:25","date_gmt":"2024-12-18T09:43:25","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=4706"},"modified":"2024-12-18T09:49:19","modified_gmt":"2024-12-18T09:49:19","slug":"guatemala-frauen-im-kampf-ums-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/4706\/guatemala-frauen-im-kampf-ums-leben\/","title":{"rendered":"Guatemala \u2013 Frauen im Kampf ums Leben"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Geschichte Guatemalas ist gepr\u00e4gt von starken Ungleichheiten, Diskriminierung, Rassismus, Ausgrenzung und internen Kriegen, aber auch von K\u00e4mpfen der (indigenen) Gemeinschaften, in denen Frauen eine sehr wichtige Rolle spielten. W\u00e4hrend des B\u00fcrgerkriegs, der mehr als 36 Jahre dauerte und 1996 mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens \u00abendete\u00bb, wurden Tausende von Frauen k\u00f6rperlich und seelisch gefoltert. Sie verloren ihre Kinder, ihre Lebenspartner, ihre V\u00e4ter, M\u00fctter und Schwestern. Viele Frauen wurden vergewaltigt, verst\u00fcmmelt oder get\u00f6tet. In der \u00fcberwiegenden Mehrheit der F\u00e4lle wurde den T\u00e4tern ihre gerechte Strafe bis heute nicht zuteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens st\u00e4rkte der \u00abEntwicklungsdiskurs\u00bb (das Narrativ der Regierung und der wirtschaftlichen Elite, Anm. d. Red.) in Guatemala das neoliberale System weiter. In diesem Rahmen sind verschiedene transnationale Konzerne ins Land gekommen, um Mega-Extraktionsprojekte, die Ausweitung von Monokulturen, die Privatisierung der Grundversorgung und vieles mehr umzusetzen. Ganz im Gegensatz zum Versprechen der \u00abEntwicklung\u00bb f\u00fcr alle, wird dem Geld auf Kosten des Lebens der Vorrang gegeben. Und es sind die Frauen, die unter den aktuellen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen in Guatemala am meisten leiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mehrheit der Frauen ist von klein auf von der Schulbildung ausgeschlossen, weil sie diejenigen sind, die sich der Hausarbeit und in vielen F\u00e4llen auch der Arbeit auf dem Feld widmen. Der damit verbundene Analphabetismus hat Auswirkungen auf ihre Gesundheit, ihre Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten, die M\u00f6glichkeit, ihre Rechte zu kennen und zu verteidigen, ihren Zugang zu Informationen sowie ihre Teilnahme am sozialen und politischen Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Im t\u00e4glichen Leben zeigt sich die erhoffte \u00abEntwicklung\u00bb f\u00fcr viele als eine Illusion. Jeden Tag wandern zahlreiche Menschen in die USA aus, um ein Einkommen zu erzielen, das ihren Familien das \u00dcberleben sichert. In vielen Gemeinden bleiben Frauen und Kinder allein zur\u00fcck, weil die M\u00e4nner auswandern m\u00fcssen. Nun sind sie es, die direkt mit den Mega-Extraktionsprojekten konfrontiert sind, die zur Pl\u00fcnderung der nat\u00fcrlichen Ressourcen vordringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der grossen Widrigkeiten und Einschr\u00e4nkungen, denen Frauen in Guatemala ausgesetzt waren und sind, haben sie gek\u00e4mpft und verschiedene Rollen in der Familie, der Gemeinschaft und der Gesellschaft im Allgemeinen \u00fcbernommen. Seit 2012 sind die Frauen eine tragende S\u00e4ule im Kampf von CODECA (Comit\u00e9 de Desarrollo Campesino) f\u00fcr strukturelle Ver\u00e4nderungen zur Verwirklichung des \u00abBuen Vivir\u00bb in Guatemala. Jeden Tag erreichen sie mehr Frauen in den Gemeinden, bilden sie aus, mobilisieren auf der Strasse, machen die Situation der Frauen sichtbar und f\u00f6rdern eine breite Partizipation, um den plurinationalen und volksnahen Verfassungsprozess zum Aufbau eines plurinationalen Staates in Guatemala voranzutreiben und sich so in Richtung \u00abBuen Vivir\u00bb als gemeinsame Vision zu bewegen. Fastenaktion unterst\u00fctzt die Frauenbewegung von CODECA im Rahmen des Landesprogramms Guatemala.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte Guatemalas ist gepr\u00e4gt von starken Ungleichheiten, Diskriminierung, Rassismus, Ausgrenzung und internen Kriegen, aber auch von K\u00e4mpfen der (indigenen) Gemeinschaften, in denen Frauen eine sehr wichtige Rolle spielten. W\u00e4hrend des B\u00fcrgerkriegs, der mehr als 36 Jahre dauerte und 1996 mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens \u00abendete\u00bb, wurden Tausende von Frauen k\u00f6rperlich und seelisch gefoltert. Sie <a href=\"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/4706\/guatemala-frauen-im-kampf-ums-leben\/\" class=\"more-link\">&#8230;<span class=\"screen-reader-text\">  Guatemala \u2013 Frauen im Kampf ums Leben<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":4713,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":""},"categories":[73],"tags":[],"issue":[326],"acf":[],"author_meta":{"display_name":"\u00e0 propos","author_link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/author\/apropos\/"},"featured_img":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/WBFastenaktion187-600x332.jpg","coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/category\/reports-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Dossier<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Dossier<\/span>"]}},"comment_count":0,"relative_dates":{"created":"Posted 2 years ago","modified":"Updated 2 years ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on December 18, 2024","modified":"Updated on December 18, 2024"},"absolute_dates_time":{"created":"Posted on December 18, 2024 9:43 am","modified":"Updated on December 18, 2024 9:49 am"},"featured_img_caption":"As part of the annual 16 Days of Activism Against Gender-Based Violence in 2017, UN Women Guatemala initiated the painting of vibrant murals in zone 5, 6, 7 and 18 of Guatemala City, where the Safe City programme would be implemented. Community members, women leaders and artists came together to paint the murals, as a way of reclaiming public spaces. The murals signify women\u2019s empowerment and freedom from violence.\n\nIn 2017, the Guatemala Safe City and Safe Public Spaces programme conducted a survey of women in seven zones of  Guatemala City as part of a baseline study. Every woman surveyed reported experiencing sexual harassment in public at some time during her life. At least 44 per cent said it happens daily.  \n\nDuring the Safe City programme design phase, following the study, more than 250 women and girls from the city, as well as civil society organizations participated in workshops that identified concrete ways to improve women and girls\u2019 experiences and feelings of safety in public spaces.  For instance, in areas where women recommended to ensure well lit streets in helping to increase the visibility of women and other users of these spaces and to reduce the opportunities for perpetration of violence, the municipality is exploring the installation of street lighting. The municipality will also explore building more public bathrooms for women in parks and markets and directly consult with women users in the design of those spaces.\n\nEfforts are now underway, backed by UN Women, to reform the Criminal Code of Guatemala and define sexual harassment as a crime under the law.\n\nPictured:  Students walk past a mural in zone 7. April 2018. \n\nPhoto: UN Women\/Ryan Brown","series_order":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4706"}],"collection":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4706"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4706\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4789,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4706\/revisions\/4789"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4713"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4706"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4706"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4706"},{"taxonomy":"issue","embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/issue?post=4706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}