{"id":5073,"date":"2025-03-25T06:51:49","date_gmt":"2025-03-25T06:51:49","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=5073"},"modified":"2025-03-25T13:43:12","modified_gmt":"2025-03-25T13:43:12","slug":"sudan-mehr-globale-aufmerksamkeit-konnte-einen-unterschied-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/5073\/sudan-mehr-globale-aufmerksamkeit-konnte-einen-unterschied-machen\/","title":{"rendered":"Sudan \u2013 Mehr globale Aufmerksamkeit k\u00f6nnte einen Unterschied machen"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Gespr\u00e4ch schildert Dr. Entisar Abdelsadig, Mitglied von \u00abFeminists Connecting for Peace\u00bb \u2013 dem globalen Netzwerk von Friedensstifterinnen von PeaceWoman Across the Globe \u2013 und Senior Advisor f\u00fcr den Sudan bei Search for Common Ground, wie Frauen im \u00abvergessenen\u00bb bewaffneten Konflikt im Sudan den Frieden von Grund auf aufbauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der bewaffnete Konflikt hat zu einer beispiellosen humanit\u00e4ren Katastrophe gef\u00fchrt. Seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen den sudanesischen Streitkr\u00e4ften und den \u00abRapid Support Forces\u00bb im April 2023 wurden zehntausende Menschen get\u00f6tet und Millionen in die Flucht getrieben. Trotz dieses Ausmasses an Leid wurde der Konflikt von der internationalen Gemeinschaft weitgehend ignoriert.<\/p>\n\n\n\n<p>Entisar Abdelsadig bringt diese Frustration auf den Punkt: \u00abIm Sudan herrscht allgemein das Gef\u00fchl, dass der Konflikt von der internationalen Gemeinschaft vergessen wurde. Das zeigt sich in Details \u2013 wie der begrenzten Anzahl von Notvisa, die europ\u00e4ische Staaten an Sudanes:innen ausstellen, besonders im Vergleich zu denen f\u00fcr Ukrainer:innen. Bis zu einem gewissen Grad ist das verst\u00e4ndlich; der Krieg in der Ukraine erscheint den europ\u00e4ischen Staaten als eine unmittelbarere Bedrohung und damit als relevanter.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Konflikt wird stark vereinfacht<\/strong><br>Ein weiterer Grund f\u00fcr die Vernachl\u00e4ssigung ist laut Entisar, dass der Konflikt oft zu vereinfacht dargestellt wird: \u00abDie Leute sehen einfach einen Machtkampf zwischen zwei Gener\u00e4len. Aber das ist nur ein Bruchteil der Realit\u00e4t. Der Krieg hat tiefe Wurzeln in der komplexen Geschichte des Sudan, in ungel\u00f6sten Konflikten und strukturellen Spaltungen. Ausl\u00f6ser der Gewalt war zwar die Rivalit\u00e4t zwischen den sudanesischen Streitkr\u00e4ften und den paramilit\u00e4rischen \u00abRapid Support Forces\u00bb, doch nun haben sich auch lokale bewaffnete Gruppen eingemischt, was die ohnehin prek\u00e4re Lage weiter versch\u00e4rft.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Sie glaubt, dass mehr internationale Aufmerksamkeit einen wesentlichen Unterschied machen k\u00f6nnte: \u00abWenn der \u00f6ffentliche Druck auf alle Konfliktparteien zun\u00e4hme, w\u00fcrden sie von regionalen und internationalen Akteur:innen f\u00fcr ihr Handeln verurteilt werden. Dies k\u00f6nnte zu einem R\u00fcckgang der Gewalt f\u00fchren, da die Verantwortlichen w\u00fcssten, dass sie vor dem Internationalen Strafgerichtshof zur Rechenschaft gezogen werden k\u00f6nnten.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedensf\u00f6rderung im Schatten des Krieges<\/strong><br>W\u00e4hrend sich die Aufmerksamkeit der Welt auf andere Orte richtet, bleibt die von Frauen geleitete Friedensarbeit noch unsichtbarer als der Krieg selbst. Ein Beispiel daf\u00fcr ist das Badya Centre, eine Partnerorganisation von PeaceWomen Across the Globe. Die NGO schult und ber\u00e4t Friedensstifterinnen in Dilling, S\u00fcd-Kordofan. Obwohl die Stadt auf allen drei Hauptstrassen belagert wird, handeln die Frauen weiterhin lokale Waffenstillst\u00e4nde aus, damit sie Feuerholz sammeln und ihre H\u00f6fe bewirtschaften k\u00f6nnen. Sie schaffen Friedensm\u00e4rkte, die den Handel erm\u00f6glichen und gleichzeitig das fragile, aber lebenswichtige Vertrauen zwischen den verschiedenen bewaffneten Akteur:innen f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00abDas sind die Menschen, die sich jeden Tag f\u00fcr den Frieden einsetzen\u00bb, sagt Entisar. Die weltweite Solidarit\u00e4t st\u00e4rkt die Widerstandskraft der sudanesischen Bev\u00f6lkerung, auch auf lokaler Ebene. \u00abDie Menschen im Sudan leben in einem Albtraum. Es wird oft untersch\u00e4tzt, wie wichtig es ist, zu wissen, dass wir immer noch Teil der Erde, der Menschheit sind. Globale Aufmerksamkeit und Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Sudan und seine friedliche Zukunft w\u00fcrden eine starke Botschaft aussenden: Ihr seid nicht allein.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Gespr\u00e4ch schildert Dr. Entisar Abdelsadig, Mitglied von \u00abFeminists Connecting for Peace\u00bb \u2013 dem globalen Netzwerk von Friedensstifterinnen von PeaceWoman Across the Globe \u2013 und Senior Advisor f\u00fcr den Sudan bei Search for Common Ground, wie Frauen im \u00abvergessenen\u00bb bewaffneten Konflikt im Sudan den Frieden von Grund auf aufbauen. 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