{"id":5904,"date":"2025-10-02T15:54:50","date_gmt":"2025-10-02T15:54:50","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=5904"},"modified":"2025-10-02T15:54:50","modified_gmt":"2025-10-02T15:54:50","slug":"dialog-fuer-gesellschaftlichen-zusammenhalt-erfolgsindikatoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/5904\/dialog-fuer-gesellschaftlichen-zusammenhalt-erfolgsindikatoren\/","title":{"rendered":"Dialog f\u00fcr gesellschaftlichen Zusammenhalt \u2013 Erfolgsindikatoren"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine der zentralen Herausforderungen in Dialogen zum Thema sozialer Zusammenhalt besteht darin, geeignete Erfolgsindikatoren zu definieren. Im Rahmen eines von der DEZA finanzierten Projekts in Zusammenarbeit mit UNDP und UNFPA haben wir diese Herausforderung mithilfe einer partizipativen \u00abKunst und Frieden\u00bb-Methodik untersucht. An diesem Projekt waren Personen beteiligt, die in internationalen Kooperationsorganisationen t\u00e4tig sind und aus verschiedenen Gemeinden Moldawiens stammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Teilnehmenden wurden eingeladen, sich selbst anhand von Kategorien wie Alter, Sprache, geografische Herkunft und Beruf zu identifizieren. Anschliessend wurden sie gebeten, zwei Bilder zu zeichnen: eines, das sie selbst darstellt, und eines, das ihre Wahrnehmung des \u00abAnderen\u00bb repr\u00e4sentiert. Diese visuelle und reflektierende Aktivit\u00e4t erm\u00f6glichte eine kollektive Analyse der Selbstwahrnehmung und der Dynamiken zwischen gesellschaftlichen Gruppen innerhalb der moldauischen Zivilgesellschaft.<br>Die Selbstdarstellungen, die als \u00abwir\u00bb bezeichnet wurden, wurden h\u00e4ufig durch Bilder von Aktivist:innen und Menschen illustriert, die f\u00fcr internationale Organisationen arbeiten und als starke, privilegierte, gebildete und sachkundige Personen dargestellt wurden und welche anderen aktiv \u00abhelfen\u00bb. Im Gegensatz dazu wurde die \u00abandere\u00bb Gruppe oft als Empf\u00e4nger:innen von Dienstleistungen oder Projektteilnehmende dargestellt. Diese visuellen Erz\u00e4hlungen offenbarten implizite Hierarchien und Abspaltungen zwischen den wahrgenommenen \u00abHelfenden\u00bb und \u00abHilfsempfangenden\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch moderierten Dialog analysierten die Teilnehmenden diese Darstellungen. Sie reflektierten kritisch zu (positiven und negativen) Stereotypen \u00fcber sich selbst und andere sowie zu den darin eingebetteten Dynamiken von Macht, Privilegien und Identit\u00e4t. Eine zentrale Erkenntnis, die daraus hervorging, war die Idee, dass ein bedeutender Indikator f\u00fcr sozialen Zusammenhalt im Gef\u00fchl der Einheit und Verbundenheit zwischen jenen liegt, die Unterst\u00fctzung leisten, und jenen, die sie erhalten. Wenn Menschen eine gemeinsame Identit\u00e4t und gegenseitige Solidarit\u00e4t mit den Gemeinschaften empfinden, mit welchen sie interagieren, ist dies ein Zeichen f\u00fcr eine koh\u00e4sive Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Perspektive betrachtet soziale Ver\u00e4nderungsarbeit nicht als Akt der Wohlt\u00e4tigkeit oder des Wohlwollens von privilegierten gegen\u00fcber marginalisierten Gruppen, sondern als eine kollektive Verantwortung, die auf Solidarit\u00e4t und geteilten Werten zwischen Individuen, Gruppen und Gemeinschaften beruht.<\/p>\n\n\n\n<p>In sp\u00e4teren Phasen des Dialogs begannen die Teilnehmenden, neue Bilder zu gestalten, die ihre \u00fcberarbeiteten Erkenntnisse widerspiegelten. Diese Darstellungen zeigten Akte der Solidarit\u00e4t und betonten nicht hierarchische Beziehungen, sondern gemeinschaftliche Anstrengungen zum gemeinsamen Wiederaufbau der Gesellschaft. Es wurde anerkannt, dass Individuen unterschiedliche Rollen einnehmen und \u00fcber verschiedene Formen von Macht, Zugang und Privilegien verf\u00fcgen. Das Bewusstmachen und konstruktive Nutzen dieser sich \u00fcberschneidenden Identit\u00e4ten k\u00f6nnen zum Aufbau einer koh\u00e4renteren, unterst\u00fctzenden und gerechteren Gesellschaft beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine der zentralen Herausforderungen in Dialogen zum Thema sozialer Zusammenhalt besteht darin, geeignete Erfolgsindikatoren zu definieren. Im Rahmen eines von der DEZA finanzierten Projekts in Zusammenarbeit mit UNDP und UNFPA haben wir diese Herausforderung mithilfe einer partizipativen \u00abKunst und Frieden\u00bb-Methodik untersucht. 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