{"id":597,"date":"2023-02-23T15:45:11","date_gmt":"2023-02-23T15:45:11","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=597"},"modified":"2023-02-24T09:53:27","modified_gmt":"2023-02-24T09:53:27","slug":"der-kriegsmaschinerie-die-ressourcen-entziehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/597\/der-kriegsmaschinerie-die-ressourcen-entziehen\/","title":{"rendered":"<strong>Der Kriegsmaschinerie die Ressourcen entziehen<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Nachrichten und Bilder f\u00fchren uns t\u00e4glich das uns\u00e4gliche Leid vor Augen, das Kriege verursachen. Wie&nbsp; kann dieser Krieg gestoppt werden? Diese Frage treibt uns um. Zeit, einen Blick auf das Gesch\u00e4ft zu werfen, mit dessen Geld der Krieg finanziert wird.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Beginn des v\u00f6lkerrechtswidrigen und brutalen Angriffskrieges der russischen Armee gegen die Ukraine erleben wir eine Erstarkung von R\u00fcstungsbegehren und milit\u00e4rischen Sicherheitsdiskursen. Im ersten Halbjahr 2022 wurde Kriegsmaterial f\u00fcr rund 517 Millionen Franken aus der Schweiz exportiert. Diese Zahl \u00fcbersteigt jene aus der ersten H\u00e4lfte des bisherigen Rekordjahres 2020 bei Weitem. Auch im \u00f6ffentlichen Diskurs wird laufend suggeriert, dass in der aktuellen weltweiten geopolitischen Lage eine Alternativlosigkeit vorherrsche und einzig Aufr\u00fcstung den Weg in eine sicherere und friedlichere Zukunft ebne. Statt auf Waffen als sicherheits- oder gar friedensf\u00f6rderndes Element zu setzen, besch\u00e4ftigt uns als feministische Friedensorganisation, die sich in langer Tradition f\u00fcr Demilitarisierung und einen feministischen Frieden einsetzt, viel eher die Frage, wie kriegstreibenden Akteuren \u2013 in diesem Fall Putins Russland \u2013 die Waffen und notwendigen Ressourcen entzogen werden k\u00f6nnen, damit dieser Krieg baldm\u00f6glichst beendet wird. Dies ist weder eine neue Frage noch sind wir die einzigen, die sie stellen. Dennoch ist sie in Anbetracht des grossen Leids, das der russische Angriffskrieg ausl\u00f6st, dringlicher denn je. Denn gerade hier in der Schweiz sind noch lange nicht alle friedenspolitischen Mittel ausgesch\u00f6pft, um auf eine Beendigung des Krieges hinzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umverteilung tut Not<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Notwendigkeit, die enormen Geldfl\u00fcsse hin zu kriegstreibenden Regimes zu stoppen, gibt es viele weitere Gr\u00fcnde, den Schweizer Rohstoffplatz besser zu regulieren. Wegen des Kriegs gegen die Ukraine sind die Energiepreise weltweit deutlich angestiegen. Multinationale Konzerne, Schweizer Banken und Rohstoff-Handelspl\u00e4tze wie Zug k\u00f6nnen dadurch ihre Gewinne weiter steigern. Die damit einhergehende Inflation belastet jedoch besonders einkommensschw\u00e4chere Haushalte in der Schweiz. Weltweit ist die Situation noch viel dramatischer. Wegen der Pandemie und den Auswirkungen des Kriegs gegen die Ukraine sind gem\u00e4ss der Weltbank im vergangenen Jahr zus\u00e4tzlich 95 Millionen Menschen in die absolute Armut gedr\u00e4ngt worden. Die Nothilfeorganisation Oxfam geht in ihrem anl\u00e4sslich des Weltwirtschaftsforums in Davos ver\u00f6ffentlichten Bericht \u00abProfiting from Pain\u00bb sogar von einer mehr als doppelt so hohen Zahl aus. Oxfam fordert von den Regierungen weltweit, Konzerne und Superreiche st\u00e4rker zu besteuern und mit den Einnahmen Krisenfolgen abzufedern, Bildungs-, Gesundheits- und soziale Sicherungssysteme zu st\u00e4rken und f\u00fcr globale Impfgerechtigkeit zu sorgen. Es ist h\u00f6chste Zeit, diese Debatte \u00fcber Umverteilung der horrenden Profite zu f\u00fchren, die auf Kosten bereits stark marginalisierter Menschen erwirtschaftet werden. Denn genau das soll und will feministische Friedenspolitik: Machtstrukturen und Zusammenh\u00e4nge zwischen Armut, Konflikt und wirtschafts- und geopolitischen Interessen analysieren, globale Ungerechtigkeiten, ungleiche Verteilung von Ressourcen und deren strukturelle Ursachen aufzeigen und nicht zuletzt auch nach deren Verantwortung fragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nachrichten und Bilder f\u00fchren uns t\u00e4glich das uns\u00e4gliche Leid vor Augen, das Kriege verursachen. Wie&nbsp; kann dieser Krieg gestoppt werden? Diese Frage treibt uns um. Zeit, einen Blick auf das Gesch\u00e4ft zu werfen, mit dessen Geld der Krieg finanziert wird. Seit dem Beginn des v\u00f6lkerrechtswidrigen und brutalen Angriffskrieges der russischen Armee gegen die Ukraine <a href=\"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/597\/der-kriegsmaschinerie-die-ressourcen-entziehen\/\" class=\"more-link\">&#8230;<span class=\"screen-reader-text\">  &lt;strong&gt;Der Kriegsmaschinerie die Ressourcen entziehen&lt;\/strong&gt;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":921,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":""},"categories":[73],"tags":[],"issue":[133],"acf":[],"author_meta":{"display_name":"\u00e0 propos","author_link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/author\/apropos\/"},"featured_img":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/WB_CDF_179-600x332.png","coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/category\/reports-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Dossier<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Dossier<\/span>"]}},"comment_count":0,"relative_dates":{"created":"Posted 4 years ago","modified":"Updated 4 years ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on February 23, 2023","modified":"Updated on February 24, 2023"},"absolute_dates_time":{"created":"Posted on February 23, 2023 3:45 pm","modified":"Updated on February 24, 2023 9:53 am"},"featured_img_caption":"","series_order":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/597"}],"collection":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=597"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/597\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1013,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/597\/revisions\/1013"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/media\/921"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=597"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=597"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=597"},{"taxonomy":"issue","embeddable":true,"href":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/wp-json\/wp\/v2\/issue?post=597"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}