{"id":6599,"date":"2025-12-16T09:09:41","date_gmt":"2025-12-16T09:09:41","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=6599"},"modified":"2025-12-16T09:09:41","modified_gmt":"2025-12-16T09:09:41","slug":"peru-menschenrechtsarbeit-trotz-schrumpfendem-handlungsspielraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/6599\/peru-menschenrechtsarbeit-trotz-schrumpfendem-handlungsspielraum\/","title":{"rendered":"Peru \u2013 Menschenrechtsarbeit trotz schrumpfendem Handlungsspielraum"},"content":{"rendered":"\n<p>Peru erlebt eine Phase politischer Instabilit\u00e4t und zunehmender Polarisierung. Der Handlungsspielraum f\u00fcr Menschen, die sich f\u00fcr ihre Rechte einsetzen, wird immer kleiner. Davon betroffen sind insbesondere jene Menschen, die von Bergbauunternehmen die Einhaltung von nationalen und internationalen Umwelt- und Gesundheitsstandards einfordern. Durch Gesetzes\u00e4nderungen wie die Reform des <a href=\"https:\/\/www.infostelle-peru.de\/politik-und-demokratie\/verordnungen-fuers-apci-gesetz-verabschiedet\/\">APCI-Gesetzes<\/a>, eine Art Anti-NGO-Gesetz, versch\u00e4rft der Staat den Druck auf zivilgesellschaftliche Akteure.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anpassung der Strategie von Peace Watch Switzerland (PWS)<\/strong><br>In Espinar sind die Menschen <a href=\"https:\/\/derechosinfronteras.pe\/revista-institucional\/\">hohen Umweltbelastungen<\/a> und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Untersuchungen rund um die Kupfermine Antapaccay von Glencore zeigen Risiken f\u00fcr Gesundheit, Lebensraum und Traditionen. Um den Angriffen auf die Rechte der Gemeinschaften sowie dem Vormarsch autorit\u00e4rer Regierungssysteme entgegenzuwirken, baut PWS seine Menschenrechtsarbeit aktuell in der Region Espinar auf und unterst\u00fctzt lokale Gemeinden und Umweltverteidiger:innen. Die Organisation kann jedoch \u2013 zumindest zur Zeit \u2013 nicht auf ihr bew\u00e4hrtes Instrument zur\u00fcckgreifen: die Entsendung internationaler Freiwilligen, deren physische Pr\u00e4senz als Menschenrechtsbeobachter:innen den Betroffenen Schutz und Sichtbarkeit vermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neuausrichtung durch Partnerschaft vor Ort<\/strong><br>Nach einer Risikoanalyse hat PWS seine Strategie angepasst. Der Fokus liegt nun auf der St\u00e4rkung lokaler Strukturen statt internationaler Pr\u00e4senz. Deshalb unterst\u00fctzt PWS die Arbeit von <em>Derechos Humanos Sin Fronteras<\/em> (DHSF).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Partnerschaft soll die Kapazit\u00e4ten der Menschen st\u00e4rken, die sich trotz Repression f\u00fcr ihre Rechte einsetzen, insbesondere Frauen in F\u00fchrungspositionen. DHSF implementiert Aktivit\u00e4ten, die den Betroffenen vermitteln, wie sie Beweise sichern, Beh\u00f6rdenwege und -verfahren verstehen und ihre Rechte selbstbestimmt einfordern k\u00f6nnen. Gleichzeitig ist eine psychosoziale Begleitung zentral. Dabei geht es darum, das Durchhalteverm\u00f6gen und die Resilienz der betroffenen Menschen zu st\u00e4rken, die langj\u00e4hrig in einem gef\u00e4hrlichen Umfeld t\u00e4tig sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Internationale Hebel nutzen, lokale Ownership bewahren<\/strong><br>Zudem arbeiten PWS und DHSF daran, die internationale Advocacy-Arbeit auszubauen. Wenn der Staat lokale und nationale Handlungsspielr\u00e4ume einschr\u00e4nkt, gewinnen internationale Mechanismen (UNO-Gremien, internationale Menschenrechtsverfahren und Beschwerdekan\u00e4le, wie sie die OECD oder Zertifizierungsinitiativen anbieten) gegen Konzerne aus dem globalen Norden an Bedeutung. Dabei vernetzen sich die beiden Partnerorganisationen mit erfahrenen Akteuren, w\u00e4hrend die betroffenen Menschen und Gemeinden weiterhin das Vorgehen bestimmen. Die Ownership bleibt damit lokal verankert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peru erlebt eine Phase politischer Instabilit\u00e4t und zunehmender Polarisierung. Der Handlungsspielraum f\u00fcr Menschen, die sich f\u00fcr ihre Rechte einsetzen, wird immer kleiner. Davon betroffen sind insbesondere jene Menschen, die von Bergbauunternehmen die Einhaltung von nationalen und internationalen Umwelt- und Gesundheitsstandards einfordern. 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