{"id":7026,"date":"2026-04-01T07:22:52","date_gmt":"2026-04-01T07:22:52","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=7026"},"modified":"2026-04-14T07:28:36","modified_gmt":"2026-04-14T07:28:36","slug":"manifest-fuer-eine-lokal-verankerte-internationale-zusammenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/7026\/manifest-fuer-eine-lokal-verankerte-internationale-zusammenarbeit\/","title":{"rendered":"Manifest \u2013 f\u00fcr eine lokal verankerte internationale Zusammenarbeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Diskussion rund um die Dekolonisierung und Lokalisierung der internationalen Zusammenarbeit (IZA) wurde in den letzten Jahren oft mit einem verengten Blick auf die Finanzfl\u00fcsse gef\u00fchrt: Die Lokalisierung der Zusammenarbeit sei dann erreicht, wenn mehr Mittel direkt an lokale Partner:innen vergeben w\u00fcrden. Dies ist wichtig, blendet jedoch zentrale Machtfragen innerhalb der Partnerschaften aus. Denn solche Finanztransfers gehen oft mit verst\u00e4rkten Rechenschaftspflichten gegen\u00fcber den Geldgeber:innen einher. Die direkte Finanzierung lokaler Organisationen allein reicht daher nicht aus, um die lokale Steuerung der Programme sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Praxiserfahrung zeigt, dass der Aufbau gleichberechtigter Partnerschaften mit dem Ziel einer dekolonisierten internationalen Zusammenarbeit auf mehreren S\u00e4ulen beruht und Zeit braucht. Denn vertrauensvolle Partnerschaften lassen sich nicht verordnen \u2013 sie werden durch einen langj\u00e4hrigen Dialog auf Augenh\u00f6he und konkrete Taten etabliert. Dies f\u00fchrt im Idealfall zur St\u00e4rkung lokaler Organisationen, die ihre Priorit\u00e4ten selbst definieren und ihre Partner eigenst\u00e4ndig w\u00e4hlen. Zwangsl\u00e4ufig stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach der Rolle der Schweizer NGOs. Schweizer Entwicklungsorganisationen sind \u00fcberzeugt: Eine aktive und engagierte Zivilgesellschaft wird auch in Zukunft unverzichtbar sein. Doch die Rollen der verschiedenen Akteure werden sich ver\u00e4ndern \u2013 und das ist richtig und wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Ziel, ein breiteres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die notwendigen Schritte zu etablieren, haben \u00fcber 40 Schweizer NGOs gemeinsam <a href=\"https:\/\/www.alliancesud.ch\/de\/ein-manifest-zur-internationalen-zusammenarbeit\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ein Manifest f\u00fcr eine lokal verankerte internationale Zusammenarbeit<\/a> verfasst. Es ist ein Leitfaden f\u00fcr die eigene Arbeitsweise und zugleich ein Aufruf an die Geldgeber:innen, ihre Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass die notwendigen Ver\u00e4nderungen vorangetrieben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Manifest ist auch eine Antwort auf das Erstarken autorit\u00e4rer Kr\u00e4fte, die Menschenrechte gezielt untergraben, zivilgesellschaftliche Handlungsspielr\u00e4ume einschr\u00e4nken und den Multilateralismus in seinem Fundament schw\u00e4chen. Umso bedeutender ist vor diesem Hintergrund eine internationale Zusammenarbeit, die die Verletzlichsten dieser Welt ins Zentrum stellt. Dies kann jedoch nur erreicht werden, wenn sich lokale Akteure, Schweizer NGOs, Regierungen, Geldgeber:innen, der Privatsektor und die Wissenschaft als Verb\u00fcndete verstehen, die gemeinsam zur Verwirklichung der Menschenrechte beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Diskussion rund um die Dekolonisierung und Lokalisierung der internationalen Zusammenarbeit (IZA) wurde in den letzten Jahren oft mit einem verengten Blick auf die Finanzfl\u00fcsse gef\u00fchrt: Die Lokalisierung der Zusammenarbeit sei dann erreicht, wenn mehr Mittel direkt an lokale Partner:innen vergeben w\u00fcrden. Dies ist wichtig, blendet jedoch zentrale Machtfragen innerhalb der Partnerschaften aus. 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