{"id":7601,"date":"2026-07-02T08:29:04","date_gmt":"2026-07-02T08:29:04","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=7601"},"modified":"2026-07-02T08:29:04","modified_gmt":"2026-07-02T08:29:04","slug":"militaerausgaben-auf-kosten-einer-nachhaltigen-friedensfoerderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/7601\/militaerausgaben-auf-kosten-einer-nachhaltigen-friedensfoerderung\/","title":{"rendered":"Milit\u00e4rausgaben \u2013 auf Kosten einer nachhaltigen Friedensf\u00f6rderung"},"content":{"rendered":"\n<p>Noch nie waren die weltweiten Milit\u00e4rausgaben so hoch wie heute und noch nie wurde so wenig in Friedensf\u00f6rderung und Konfliktpr\u00e4vention investiert. 2025 erreichten die Milit\u00e4rausgaben ein Rekordniveau von 2&#8217;887&nbsp;Milliarden US-Dollar (<a href=\"https:\/\/www.sipri.org\/media\/press-release\/2026\/global-military-spending-rise-continues-european-and-asian-expenditures-surge\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">SIPRI, 2025<\/a>). Dagegen reduzierten Geldgeber:innen auf der ganzen Welt zwischen 2018 und 2023 ihre Mittel f\u00fcr Friedensf\u00f6rderung und Konfliktpr\u00e4vention um 12&nbsp;Prozent (<a href=\"https:\/\/gppi.net\/2025\/07\/09\/peace-security-aid-in-crisis-rethinking-civilian-investment-and-local-leadership\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">GPPi, 2025<\/a>). Dieser Trend hat sich mit Beginn der zweiten Amtszeit der Trump-Regierung im Januar 2025 und der drastischen K\u00fcrzung \u00f6ffentlicher Mittel f\u00fcr internationale Entwicklungshilfe noch versch\u00e4rft.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn die globale Sicherheitslage Anlass zur Sorge gibt, garantiert die Verlagerung von Investitionen auf milit\u00e4rische Massnahmen weder langfristige Sicherheit noch dauerhaften Frieden. Im Gegenteil: Die steigenden Verteidigungsausgaben tragen nicht nur zur Militarisierung von Gesellschaften bei, sondern beg\u00fcnstigen auch Gewalt und Unsicherheit. Das alles geschieht auf Kosten zentraler Sozialinvestitionen und wichtiger Elemente f\u00fcr nachhaltige Friedensf\u00f6rderung, wie Gesundheit, Bildung und internationale Zusammenarbeit. Auch die verheerenden Umweltauswirkungen der R\u00fcstungsindustrie, die die Klimakrise und damit auch Konflikte versch\u00e4rfen, d\u00fcrfen nicht ausser Acht gelassen werden. Auf die Dauer richtet die \u00fcberst\u00fcrzte Aufr\u00fcstung irreparable Sch\u00e4den an, vor allem, wenn nicht gleichzeitig entsprechende Investitionen in die Konfliktpr\u00e4vention get\u00e4tigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Entwicklung hat unmittelbare Folgen f\u00fcr die Arbeit von Frauen und Feminist:innen, die sich f\u00fcr Frieden engagieren und die von FriedensFrauen Weltweit\u202funterst\u00fctzt werden. Wenn sich Konflikte zuspitzen, der Bedarf an Nothilfe sowie psychosozialer Unterst\u00fctzung steigt und der zivilgesellschaftliche Raum schrumpft, haben Frauen als Erste darunter zu leiden. Sie sind aber auch die Ersten, die Hilfe leisten. Dennoch werden sie weiterhin bewusst von den Debatten \u00fcber die Zukunft ihrer L\u00e4nder ausgeschlossen. Unsere \u00abWaffe\u00bb, mit der wir dieser Entwicklung entgegenwirken wollen, ist und bleibt die feministische Friedensf\u00f6rderung. Das bedeutet, Netzwerke und politische Allianzen zu bilden und zu unterst\u00fctzen, die die friedensf\u00f6rdernde Arbeit von Frauen und Feminist:innen besser sichtbar machen. Es bedeutet auch, weiterhin bei Geldgeber:innen, Staaten und einflussreichen Personen \u2013 sofern wir Zugang zu ihnen haben \u2013 darauf zu dr\u00e4ngen, Frauen in den Friedensprozess einzubeziehen. Denn in einem feministischen Kontext heisst \u00absich bewaffnen\u00bb, dass man mitten im Krieg Raum f\u00fcr Friedensgespr\u00e4che schafft.<\/p>\n\n\n\n<p>Bewaffnete Konflikte sind nicht unvermeidlich. Frieden ist nicht statisch. Beide sind Folgen menschlichen und politischen Handelns. Die Regierenden haben es also in der Hand: Sie k\u00f6nnen in die Friedensf\u00f6rderung investieren und eine friedliche, gewaltfreie Welt aufbauen oder dazu beitragen, dass die Gewalt anh\u00e4lt. Eines ist klar: mehr Waffen machen die Welt nicht sicherer. Frieden erfordert einen offenen zivilgesellschaftlichen Raum, politischen Willen und transformative Investitionen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch nie waren die weltweiten Milit\u00e4rausgaben so hoch wie heute und noch nie wurde so wenig in Friedensf\u00f6rderung und Konfliktpr\u00e4vention investiert. 2025 erreichten die Milit\u00e4rausgaben ein Rekordniveau von 2&#8217;887&nbsp;Milliarden US-Dollar (SIPRI, 2025). Dagegen reduzierten Geldgeber:innen auf der ganzen Welt zwischen 2018 und 2023 ihre Mittel f\u00fcr Friedensf\u00f6rderung und Konfliktpr\u00e4vention um 12&nbsp;Prozent (GPPi, 2025). 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