{"id":7609,"date":"2026-07-02T08:29:04","date_gmt":"2026-07-02T08:29:04","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=7609"},"modified":"2026-07-15T11:37:33","modified_gmt":"2026-07-15T11:37:33","slug":"sicherheit-im-suedsudan-neu-denken-von-militarisierung-zu-menschlicher-sicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/7609\/sicherheit-im-suedsudan-neu-denken-von-militarisierung-zu-menschlicher-sicherheit\/","title":{"rendered":"Sicherheit im S\u00fcdsudan neu denken \u2013 von Militarisierung zu menschlicher Sicherheit"},"content":{"rendered":"\n<p>Weltweit definieren Regierungen Sicherheit zunehmend durch Militarisierung und steigende Verteidigungsausgaben. Im S\u00fcdsudan hat dieser Trend direkte Auswirkungen auf das t\u00e4gliche Leben der Menschen. Statt Sicherheit zu schaffen, verst\u00e4rkt er h\u00e4ufig die Unsicherheit \u2013 insbesondere f\u00fcr die am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Bev\u00f6lkerungsgruppen \u2013 und schw\u00e4cht zugleich die sozialen Grundlagen, auf die Gemeinschaften angewiesen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Steigende Investitionen in milit\u00e4rische Strukturen gehen oft zulasten grundlegender Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Bildung und Einkommensm\u00f6glichkeiten. Gerade diese Systeme sind jedoch entscheidend f\u00fcr die Menschenw\u00fcrde und die langfristige Stabilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Wird Sicherheit vor allem milit\u00e4risch verstanden, nimmt die Gewalt zu. Die gr\u00f6ssere Verf\u00fcgbarkeit von Waffen erh\u00f6ht das Risiko ihres Missbrauchs, etwa bei Viehdiebst\u00e4hlen, interkommunalen Konflikten oder geschlechtsspezifischer Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Angst wird zur allt\u00e4glichen Realit\u00e4t und zwingt Menschen zur Flucht, noch bevor Konflikte offen ausbrechen. Menschen fliehen nicht nur w\u00e4hrend aktiver Kampfhandlungen, sondern auch dann, wenn sie ein erh\u00f6htes Gewaltrisiko wahrnehmen. Im S\u00fcdsudan sind selbst vergleichsweise stabile Regionen einer st\u00e4ndigen Bedrohung ausgesetzt. Die Auswirkungen reichen \u00fcber die Landesgrenzen hinaus: Die Bewegungen von Gefl\u00fcchteten und R\u00fcckkehrenden verbinden die Krise im S\u00fcdsudan mit den Nachbarl\u00e4ndern Uganda und Kenia. Die durch Militarisierung verursachten Unsicherheiten erfordern daher regionale L\u00f6sungsans\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit mehr als f\u00fcnf Jahrzehnten arbeitet Mission 21 gemeinsam mit kirchlichen Partnerorganisationen, die tief in ihren Gemeinden verwurzelt sind, daran, den Frieden im S\u00fcdsudan zu f\u00f6rdern. Im Zentrum der Arbeit von Mission 21 steht der sogenannte Bottom-up-Ansatz: den Gemeinschaften aufmerksam zuzuh\u00f6ren und in Zusammenarbeit mit vertrauensw\u00fcrdigen lokalen Partner:innen zu arbeiten. Dadurch wird sichergestellt, dass die Unterst\u00fctzung den tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnissen und Lebensrealit\u00e4ten der Menschen entspricht. Diese Partnerschaften erm\u00f6glichen zudem die Zusammenarbeit mit lokalen Beh\u00f6rden, um Dialog, Vertrauen und gemeinsame Verantwortung zu f\u00f6rdern, ohne militarisierte Sicherheitslogiken zu verst\u00e4rken. Letztlich pl\u00e4diert dieser Ansatz f\u00fcr ein umfassenderes Verst\u00e4ndnis von Sicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Mission 21 bedeutet Sicherheit, dass Menschen in W\u00fcrde leben, ihre Familien sch\u00fctzen, ihren Lebensunterhalt sichern und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen haben. In all ihren T\u00e4tigkeiten \u2013 auch in der Nothilfe \u2013 integriert Mission 21 Friedensf\u00f6rderung, Vers\u00f6hnung und Vergebung als zentrale Elemente ihrer Projektarbeit. Selbst in Krisen- und humanit\u00e4ren Kontexten st\u00e4rkt die Organisation den Dialog, das Vertrauen und die gewaltfreie Konfliktl\u00f6sung. So wird sichergestellt, dass unmittelbare Hilfe bestehende Spannungen nicht unbeabsichtigt versch\u00e4rft, sondern den sozialen Zusammenhalt und den gegenseitigen Respekt f\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg zu einem dauerhaften Frieden im S\u00fcdsudan erfordert die St\u00e4rkung von Gemeinschaften, den Schutz der Menschenw\u00fcrde und die Anerkennung der Friedensf\u00f6rderung als wesentliche Grundlage der Sicherheit. Dar\u00fcber hinaus ist eine engere Zusammenarbeit zwischen humanit\u00e4ren, entwicklungspolitischen und friedensf\u00f6rdernden Akteur:innen notwendig, um ganzheitliche und menschenzentrierte Sicherheitsans\u00e4tze voranzubringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweit definieren Regierungen Sicherheit zunehmend durch Militarisierung und steigende Verteidigungsausgaben. Im S\u00fcdsudan hat dieser Trend direkte Auswirkungen auf das t\u00e4gliche Leben der Menschen. 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