{"id":7629,"date":"2026-07-02T08:29:05","date_gmt":"2026-07-02T08:29:05","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=7629"},"modified":"2026-07-02T08:29:05","modified_gmt":"2026-07-02T08:29:05","slug":"militarisierung-oder-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/7629\/militarisierung-oder-nicht\/","title":{"rendered":"Militarisierung \u2013 oder nicht"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Stand der Welt<\/em><br>Staaten sind nach wie vor die wichtigsten Akteure, die Kriege f\u00fchren. Sie verf\u00fcgen \u00fcber Streitkr\u00e4fte und Waffen und haben die Mittel, um die Herstellung von R\u00fcstungsg\u00fctern zu \u00fcberwachen. Kriege und Kriegsmittel werden \u00fcberwiegend von M\u00e4nnern gef\u00fchrt und eingesetzt \u2013 mit Ausnahme von Kriegsdienstverweigerern aus Gewissensgr\u00fcnden, vergleichbaren \u00abRefuseniks\u00bb sowie Personen, die nicht zum Milit\u00e4rdienst eingezogen werden. Nach den j\u00fcngsten arch\u00e4ologischen Erkenntnissen ist Krieg ein vergleichsweise junges Ph\u00e4nomen der Menschheitsgeschichte, das erst vor 15&#8217;000 bis 7&#8217;000 Jahren entstand. Seit 1945 sind Angriffskriege nach der Charta der Vereinten Nationen grunds\u00e4tzlich v\u00f6lkerrechtswidrig. Die Charta verpflichtet alle Staaten zur friedlichen Beilegung internationaler Streitigkeiten und verbietet sowohl die Anwendung als auch die Androhung von Gewalt. Ausnahmen bestehen lediglich f\u00fcr das \u2013 nur unzureichend definierte \u2013 Recht auf Selbstverteidigung sowie f\u00fcr die Anwendung von Gewalt zur Wiederherstellung oder Wahrung des Friedens.<br>Die Streitkr\u00e4fte der Staaten lassen sich \u2013 gemessen entweder an der Zahl ihrer Angeh\u00f6rigen oder am Verteidigungshaushalt \u2013 grob in drei etwa gleich gro\u00dfe Kategorien einteilen: 1) Staaten ohne Armee oder mit Kleinststreitkr\u00e4ften (weniger als 10&#8217;000 Angeh\u00f6rige der Streitkr\u00e4fte); 2) Staaten mit mittelgrossen Streitkr\u00e4ften (weniger als 200&#8217;000 Angeh\u00f6rige); 3) Staaten mit grossen Streitkr\u00e4ften, wobei die zehn gr\u00f6ssten jeweils mehr als eine Million Angeh\u00f6rige umfassen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Warum ist Nicht-Militarisierung wichtig?<\/em><br>Die Existenz von Staaten ohne Streitkr\u00e4fte sowie anderer friedensorientierter Staaten wie Costa Rica beweist, dass Krieg kein unvermeidlicher Bestandteil der gesellschaftlichen und politischen Struktur des Nationalstaates ist. Es gibt Alternativen zu den M\u00f6glichkeiten und Mitteln des Krieges. Dadurch er\u00f6ffnen sich Wege, den Pfad des Friedens zu beschreiten, die Geissel des Krieges hinter sich zu lassen und aus diesen Beispielen bessere Alternativen zu Abschreckung und Gewaltanwendung zu entwickeln.<br>Nachdem APRED zun\u00e4chst eine Bestandsaufnahme potenzieller Staaten ohne Armee vorgenommen, objektive Kriterien zu ihrer Identifizierung entwickelt und ihre rechtlichen Grundlagen der Nicht-Militarisierung sowie ihre Sicherheitsstrukturen beschrieben hat, widmet sich die Organisation heute der Ausarbeitung umfassender Friedenspolitiken. Solche Friedenspolitiken werden inzwischen von der Friedenskonsolidierungskommission der Vereinten Nationen angewandt. Dar\u00fcber hinaus werden alle Staaten durch den UN-Zukunftspakt (<em>Pact for the Future<\/em>) von 2025 ermutigt, entsprechende Friedenspolitiken einzuf\u00fchren oder weiterzuentwickeln. Im Rahmen der Allgemeinen Regelm\u00e4ssigen \u00dcberpr\u00fcfung (Universal Periodic Review) der Menschenrechtslage aller Staaten setzt sich APRED daf\u00fcr ein, dass L\u00e4nder mit kleinen Streitkr\u00e4ften diese schrittweise in Polizei- und Zivilschutzkr\u00e4fte umwandeln. Solche Schutz- und Katastrophenschutzkr\u00e4fte werden angesichts der zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels k\u00fcnftig immer wichtiger sein. Mauritius hat seine gesamten Sicherheitskr\u00e4fte seit jeher innerhalb der Polizei organisiert, und Vanuatu hat seine Sicherheitskr\u00e4fte wieder in die Polizei eingegliedert. Nicht-Militarisierung sollte zudem aus Geschlechterperspektive betrachtet werden, da Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass Frauen in Staaten ohne Armee ein h\u00f6heres Mass an Sicherheit erfahren.<br>Die Forschung zur Nicht-Militarisierung zeigt zudem, dass nahezu alle Staaten ohne Armee in internationalen Demokratie-Indizes sehr gut platziert sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stand der WeltStaaten sind nach wie vor die wichtigsten Akteure, die Kriege f\u00fchren. Sie verf\u00fcgen \u00fcber Streitkr\u00e4fte und Waffen und haben die Mittel, um die Herstellung von R\u00fcstungsg\u00fctern zu \u00fcberwachen. 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