{"id":8008,"date":"2026-09-29T08:25:10","date_gmt":"2026-09-29T08:25:10","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=8008"},"modified":"2026-09-29T14:15:41","modified_gmt":"2026-09-29T14:15:41","slug":"frieden-beginnt-im-alltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/8008\/frieden-beginnt-im-alltag\/","title":{"rendered":"Frieden beginnt im Alltag"},"content":{"rendered":"\n<p><em>W\u00e4hrend die Welt Drohnen, Tote und Kriege z\u00e4hlt, arbeiten Menschen abseits des medialen Scheinwerferlichts unerm\u00fcdlich f\u00fcr einen gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Gemeinschaften hilft, Krisen zu \u00fcberwinden und Konflikte konstruktiv zu bearbeiten. Helvetas unterst\u00fctzt diese t\u00e4gliche Friedensarbeit.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abIch wusste einfach nicht, wie man richtig zuh\u00f6rt\u00bb, sagte ein Vater in Kirgistan nach einem Treffen mit Jugendlichen, bei dem Kommunikationsmuster analysiert wurden. Die Dialogtreffen waren Teil eines <a href=\"https:\/\/www.helvetas.org\/en\/switzerland\/how-you-can-help\/follow-us\/blog\/conflict-transformation\/transforming-education-through-intergenerational-dialogue-in-kyrgyzstan\">Projekts<\/a>, das extremistische Radikalisierung unter kirgisischen Jugendlichen verhindern sollte. Schon fr\u00fch hatte das Projektteam festgestellt, dass es einen Zusammenhang zwischen Radikalisierung und Ausgrenzung, mangelnder gesellschaftlicher Teilhabe sowie fehlendem intergenerationellem Dialog gibt. Helvetas brachte deshalb mit einer Jugendorganisation Generationen zusammen, damit sie lernten, einander zuzuh\u00f6ren. So konnten Muster durchbrochen werden, in denen Jugendliche schweigen und gehorchen mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Helvetas ist eine Entwicklungsorganisation, die bestehende Programme so gestaltet, dass sie zum Frieden beitragen. Zum Beispiel in <a href=\"https:\/\/www.helvetas.org\/en\/switzerland\/what-we-do\/how-we-work\/our-projects\/africa\/ethiopia\/ethiopia-pastoralist-communities\">Borana<\/a> im S\u00fcden \u00c4thiopiens, wo Helvetas pastorale Gemeinschaften dabei unterst\u00fctzt, ihre Lebensgrundlagen angesichts des Klimawandels zu sichern. Nach wiederholten schweren D\u00fcrren unterst\u00fctzte Helvetas die Instandsetzung der traditionellen Ela-Brunnen. Vertreter:innen lokaler Beh\u00f6rden, Dorf\u00e4lteste, Hirt:innen, Frauen und andere Mitglieder der Dorfgemeinschaften besannen sich auf \u00fcberlieferte, aber vergessene Regeln, passten diese an und \u00fcbernahmen gemeinsam die Verantwortung f\u00fcr die Wasserverteilung. Erstmals wirkten dabei auch Frauen mit. <strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Wiederbelebung traditioneller Infrastrukturen allein reicht nicht aus, um die Spannungen abzubauen. Mit dem zunehmenden Druck auf nat\u00fcrliche Ressourcen h\u00e4ufen sich Konflikte um den Zugang zu Weideland und Wasser. Helvetas und ihre Partner arbeiten deshalb mit den Gemeinschaften daran, die Zusammenarbeit zwischen traditionellen und staatlichen Institutionen zu verbessern. So sollen Konflikte fr\u00fchzeitig erkannt und Eskalationen verhindert werden. Mit positivem Ausgang: Nach neun erfolglosen Gemeindetreffen unterst\u00fctzten Helvetas und ihre Partnerorganisation, das Ethiopian Institute of Peace, einen inklusiveren Gemeinschaftsdialog, durch den der Konflikt gel\u00f6st werden konnte. Das Beispiel hat andere Distrikte dazu inspiriert, einen \u00e4hnlichen Ansatz bei der Bearbeitung ihrer eigenen Konflikte anzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kontexte sind unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen, dass Frieden durch Teilhabe, faire Regeln und die Anerkennung unterschiedlicher Stimmen w\u00e4chst. Ob ein Projekt den Frieden st\u00e4rkt, zeigt sich an anderen Faktoren: Finden neue Stimmen Geh\u00f6r, wie bei den jungen Menschen in Kirgisistan? Empfinden die Beteiligten die Regeln als gerecht, wie die Nutzer:innen der Ela-Brunnen? Und nehmen Gemeinschaften Konflikte auf, bevor sie eskalieren, wie es die Dialogforen in Borana erm\u00f6glichen?<\/p>\n\n\n\n<p>In Zeiten sinkender Mittel f\u00fcr die internationale Zusammenarbeit und zunehmend verflochtener Konflikte wird dieser Ansatz wichtiger. Er tr\u00e4gt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Zeiten wachsender Spaltung bei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Welt Drohnen, Tote und Kriege z\u00e4hlt, arbeiten Menschen abseits des medialen Scheinwerferlichts unerm\u00fcdlich f\u00fcr einen gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Gemeinschaften hilft, Krisen zu \u00fcberwinden und Konflikte konstruktiv zu bearbeiten. 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