{"id":8018,"date":"2026-09-29T08:25:10","date_gmt":"2026-09-29T08:25:10","guid":{"rendered":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/?p=8018"},"modified":"2026-09-29T08:25:10","modified_gmt":"2026-09-29T08:25:10","slug":"friedensforderung-in-irpin-vom-einzelnen-zur-gemeinschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koff.swisspeace.ch\/apropos\/8018\/friedensforderung-in-irpin-vom-einzelnen-zur-gemeinschaft\/","title":{"rendered":"Friedensf\u00f6rderung in Irpin \u2013 Vom Einzelnen zur Gemeinschaft"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Entwicklung sinnvoller und nachhaltiger Massnahmen zur Friedensf\u00f6rderung ist in Zeiten von Budgetk\u00fcrzungen, instabilen Rahmenbedingungen und einer zunehmend politisierten Sicht auf den Frieden eine Herausforderung. Doch inmitten von Unsicherheit und Wandel bleibt das Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit, W\u00fcrde und Wohlergehen unver\u00e4ndert bestehen, insbesondere f\u00fcr Zivilist:innen, die in von Konflikten betroffenen Gebieten leben. In der Ukraine hat der Fokus auf sozialen Zusammenhalt in der Gemeindearbeit g\u00fcnstige Voraussetzungen f\u00fcr den Frieden geschaffen. Trotz der unsicheren Lage entwickeln sich die Initiativen weiter und halten an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bah\u00e1\u2019\u00ed erkennen die Bedeutung \u00abanhaltender Bem\u00fchungen zum Aufbau von Gemeinschaften, die Hoffnung statt Verzweiflung und Einheit statt Konflikt bieten\u00bb an. Wie bei vielen Friedensf\u00f6rderungsbem\u00fchungen der Bah\u00e1\u2019\u00ed-Gemeinden standen Einzelpersonen und lokales Handeln im Mittelpunkt des Fortschritts. Wenn Menschen im Geiste der Einheit zusammenkommen und praktische Schritte unternehmen, um ihr Umfeld zu verbessern, k\u00f6nnen sie ihre Energie darauf richten, zum Wohlergehen anderer beizutragen. Auf dieser Grundlage entstehen die Beziehungen und Formen der Zusammenarbeit, von denen friedliche Gemeinschaften leben.<\/p>\n\n\n\n<p>In Irpin, eine Stadt in der Ukraine, liefert die Er\u00f6ffnung des VOLIA-Gemeinschaftszentrums im September dieses Jahres ein greifbares Beispiel daf\u00fcr, was solche Bem\u00fchungen bewirken k\u00f6nnen. Sie zeigt, wie nachhaltiges Engagement an der Basis zu einer dauerhaften Ressource f\u00fcr den Frieden und zur St\u00e4rkung ganzer Gemeinschaften beitragen kann. Dieses neue Gemeinschaftszentrum ist das Ergebnis von mehr als zwei Jahren lokal verankerter Aktivit\u00e4ten, wachsender Beteiligung und Beziehungen, die auf dem gemeinsamen Wunsch beruhen, trotz des tobenden Kriegs zum Gemeinschaftsleben beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute stammt die Finanzierung aus Initiativen, die urspr\u00fcnglich zur Unterst\u00fctzung ukrainischer Gefl\u00fcchteter in der Schweiz ins Leben gerufen wurden und sich im Laufe der Zeit zu einer Br\u00fccke f\u00fcr Projekte in der Ukraine entwickelt haben. Kreative Workshops und Studiengruppen, die von Bah\u00e1\u2019\u00eds und ihren lokalen Ansprechpartnern organisiert werden, bringen Menschen zusammen, um eine sichere und friedliche Zukunft zu gestalten. Lokale Organisationen und Institutionen unterst\u00fctzen diese Initiativen. Das Gefl\u00fcchtetenzentrum in Irpin \u00f6ffnete beispielsweise seine T\u00fcren f\u00fcr Aktivit\u00e4ten, da seine Mitglieder erkannten, wie wichtig es ist, M\u00f6glichkeiten zur Verbindung, zum Zusammenhalt und zur Freude unter den vertriebenen Ukrainer:innen zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Bah\u00e1\u2019\u00ed, die diese Arbeit in der Ukraine vorantreiben, zeigen sich die Auswirkungen am deutlichsten in vertieften Beziehungen und in Ver\u00e4nderungen der Art und Weise, wie die Menschen ihre Zukunft gestalten. Gemeinschaftszentren sind in dieser Region nach wie vor selten. Doch die Hoffnung und die Bestrebungen, die aus dieser gemeinschaftsbildenden Arbeit hervorgingen, zeigten, wie sehr ein Ort wie dieser notwendig war. Solche Ver\u00e4nderungen in den Einstellungen und Visionen lassen sich nur schwer quantifizieren. Frieden kann nicht einfach als messbares Ergebnis verstanden werden, sondern als ein fortlaufender Prozess des Vertrauensaufbaus, der F\u00f6rderung der Teilhabe und der Bef\u00e4higung der Menschen, Verantwortung f\u00fcr ihre Gemeinschaften zu \u00fcbernehmen. Dies sind die Grundlagen, die die Widerstandsf\u00e4higkeit st\u00e4rken und es den Gemeinschaften erm\u00f6glichen, ihre eigene Zukunft zu gestalten. Das Beispiel von VOLIA in der Ukraine zeigt, dass sich selbst in einem unbest\u00e4ndigen Umfeld kleine Schritte der Mitwirkung zu einem nachhaltigen Impakt summieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr diejenigen in der Schweiz, die mehr \u00fcber die Lebenserfahrungen und den Gemeinschaftsaufbau in der Ukraine erfahren m\u00f6chten: Bah\u00e1\u2019\u00ed-Pionier:innen in Irpin stellen diesen Entwicklungsprozess regelm\u00e4ssig vor und teilen Geschichten und Reflexionen in regelm\u00e4ssigen Online-Treffen.<\/p>\n\n\n\n<p>[1] Das universale Haus der Gerechtigkeit, \u00abRidv\u00e1n-Botschaft\u00bb. April 2024. <em>Das Bah\u00e1\u2019\u00ed-Weltzentrum.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>[2] Einheit wird hier als Liebe definiert und impliziert Vielfalt, nicht Einheitlichkeit. <em>Schriften und \u00c4usserungen von \u2018Abdu\u2019l-Bah\u00e1.<\/em> Teil II, 1901, S. 140, 148.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entwicklung sinnvoller und nachhaltiger Massnahmen zur Friedensf\u00f6rderung ist in Zeiten von Budgetk\u00fcrzungen, instabilen Rahmenbedingungen und einer zunehmend politisierten Sicht auf den Frieden eine Herausforderung. Doch inmitten von Unsicherheit und Wandel bleibt das Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit, W\u00fcrde und Wohlergehen unver\u00e4ndert bestehen, insbesondere f\u00fcr Zivilist:innen, die in von Konflikten betroffenen Gebieten leben. 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