Dialog für gesellschaftlichen Zusammenhalt – Erfolgsindikatoren

Workshop von swisspeace in Moldawien, Juni 2025. Gal Harmat
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Eine der zentralen Herausforderungen in Dialogen zum Thema sozialer Zusammenhalt besteht darin, geeignete Erfolgsindikatoren zu definieren. Im Rahmen eines von der DEZA finanzierten Projekts in Zusammenarbeit mit UNDP und UNFPA haben wir diese Herausforderung mithilfe einer partizipativen «Kunst und Frieden»-Methodik untersucht. An diesem Projekt waren Personen beteiligt, die in internationalen Kooperationsorganisationen tätig sind und aus verschiedenen Gemeinden Moldawiens stammen.

Die Teilnehmenden wurden eingeladen, sich selbst anhand von Kategorien wie Alter, Sprache, geografische Herkunft und Beruf zu identifizieren. Anschliessend wurden sie gebeten, zwei Bilder zu zeichnen: eines, das sie selbst darstellt, und eines, das ihre Wahrnehmung des «Anderen» repräsentiert. Diese visuelle und reflektierende Aktivität ermöglichte eine kollektive Analyse der Selbstwahrnehmung und der Dynamiken zwischen gesellschaftlichen Gruppen innerhalb der moldauischen Zivilgesellschaft.
Die Selbstdarstellungen, die als «wir» bezeichnet wurden, wurden häufig durch Bilder von Aktivist:innen und Menschen illustriert, die für internationale Organisationen arbeiten und als starke, privilegierte, gebildete und sachkundige Personen dargestellt wurden und welche anderen aktiv «helfen». Im Gegensatz dazu wurde die «andere» Gruppe oft als Empfänger:innen von Dienstleistungen oder Projektteilnehmende dargestellt. Diese visuellen Erzählungen offenbarten implizite Hierarchien und Abspaltungen zwischen den wahrgenommenen «Helfenden» und «Hilfsempfangenden».

Durch moderierten Dialog analysierten die Teilnehmenden diese Darstellungen. Sie reflektierten kritisch zu (positiven und negativen) Stereotypen über sich selbst und andere sowie zu den darin eingebetteten Dynamiken von Macht, Privilegien und Identität. Eine zentrale Erkenntnis, die daraus hervorging, war die Idee, dass ein bedeutender Indikator für sozialen Zusammenhalt im Gefühl der Einheit und Verbundenheit zwischen jenen liegt, die Unterstützung leisten, und jenen, die sie erhalten. Wenn Menschen eine gemeinsame Identität und gegenseitige Solidarität mit den Gemeinschaften empfinden, mit welchen sie interagieren, ist dies ein Zeichen für eine kohäsive Gesellschaft.

Diese Perspektive betrachtet soziale Veränderungsarbeit nicht als Akt der Wohltätigkeit oder des Wohlwollens von privilegierten gegenüber marginalisierten Gruppen, sondern als eine kollektive Verantwortung, die auf Solidarität und geteilten Werten zwischen Individuen, Gruppen und Gemeinschaften beruht.

In späteren Phasen des Dialogs begannen die Teilnehmenden, neue Bilder zu gestalten, die ihre überarbeiteten Erkenntnisse widerspiegelten. Diese Darstellungen zeigten Akte der Solidarität und betonten nicht hierarchische Beziehungen, sondern gemeinschaftliche Anstrengungen zum gemeinsamen Wiederaufbau der Gesellschaft. Es wurde anerkannt, dass Individuen unterschiedliche Rollen einnehmen und über verschiedene Formen von Macht, Zugang und Privilegien verfügen. Das Bewusstmachen und konstruktive Nutzen dieser sich überschneidenden Identitäten können zum Aufbau einer kohärenteren, unterstützenden und gerechteren Gesellschaft beitragen.

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