Burkina Faso – Förderung des sozialen Zusammenhalts angesichts von Bevölkerungsbewegungen

Landgemeinde Bourzanga, Burkina Faso, März 2025. Ella Chedoyessi
Fastenaktion

Association Sougri-Nooma pour le Développement des Initiatives Féminines ADIF
Links:
Association SOUGRI-NOOMA pour le Développement des Initiatives Féminines (ADIF) Association pour la Sauvegarde des Masques (ASAMA)

Die Bevölkerungsbewegungen im Zusammenhang mit der Sicherheitskrise in Burkina Faso können zu Spannungen zwischen der Aufnahmebevölkerung und Binnenvertriebenen führen. Die Partnerorganisationen von Fastenaktion wie ADIF, UGPAKS oder ASAMA versuchen, dieser Herausforderung mit verschiedenen Initiativen zur Förderung des Friedens und des sozialen Zusammenhalts zu begegnen.

Grundstücksdruck und Förderung einer gemeinschaftlichen Solidarität
Spannungen entstehen oft durch Druck im Zusammenhang mit dem Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Land oder Wasser. Um dem zu begegnen, setzen die genannten Organisationen verschiedene Initiativen um, wie zum Beispiel gemeinschaftliche Felder oder Getreidespeicher, die auf gemeinsamer Arbeit basieren und dazu beitragen, die sozialen Bindungen innerhalb der Gruppen zu stärken. Sie ermöglichen den Dialog innerhalb und zwischen den verschiedenen Gemeinschaften und fördern das Bewusstsein für gemeinschaftliche Arbeit zum Wohle aller.

Zudem ist die Berücksichtigung partizipativer und endogener Mechanismen bei der Bewältigung von Konflikten innerhalb von Gemeinschaften wesentlich, das heisst Praktiken und Lösungen, die aus den Gemeinschaften selbst hervorgehen und in ihrer Tradition verwurzelt sind. So spielen beispielsweise Dorfräte, Gesprächskreise, Forumtheater oder traditionelle Mediation eine grundlegende Rolle. Angepasst an die lokalen Realitäten ermöglichen diese gemeinschaftlichen Mechanismen einen informelleren und flexibleren Ansatz zur Konfliktlösung. Weniger wirksam haben sich hingegen weniger inklusive Formate erwiesen, wie etwa Konferenzen mit externen Expert:innen.

Bei der Umsetzung von Aktivitäten sahen sich die Partnerorganisationen von Fastenaktion dennoch mit einem gewissen Widerstand konfrontiert (bedingt durch den Kontext, gesellschaftliche Vorstellungen oder kollektive Verletzungen). Diese äussern sich in Form von Angst oder Misstrauen, durch Vorbehalte seitens traditioneller oder gewohnheitsmässiger Führungspersonen sowie durch soziokulturelle Widerstände gegenüber der Durchmischung. Solche Widerstände sind in einem Kontext langanhaltender Krisen zwar natürlich, können aber durch Zuhören, gemeinsame Gestaltung und die Einbindung lokaler Persönlichkeiten in Hebel für sozialen Wandel verwandelt werden.

Evaluation und Wirkung von Aktivitäten zum sozialen Zusammenhalt
Die Bewertung der Wirkung solcher Aktivitäten für den sozialen Zusammenhalt erfordert einen qualitativen, geduldigen und kontextbezogenen Ansatz, da die Veränderungen oft schrittweise, beziehungsorientiert und kurzfristig nicht sichtbar sind. Im Rahmen unserer Projekte sind jedoch bereits einige Wirkungen erkennbar, wie etwa die allmähliche Integration vertriebener Frauen in lokale Vereinigungen zur Förderung des Zugangs zu Land sowie eine Verringerung der Spannungen zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft bei Fussballspielen oder kulturellen Tagen.

Um die Akzeptanz und Wirkung dieser Art von Aktivitäten zum sozialen Zusammenhalten stärken, ist es daher entscheidend, lokale Akteure bereits in der Konzeptionsphase einzubeziehen, sichere Räume für Meinungsässerung und Austausch zu schaffen und endogene Mechanismen zu fördern. Die Erfahrung von Fastenaktion zeigt, dass eine übermässige Institutionalisierung dieser Aktivitäten vermieden werden sollte, um ihre Flexibilität und ihre Verankerung in der Gemeinschaft zu bewahren.

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