Sportjournalismus – ein Bindemittel des sozialen Zusammenhalts

Theoneste Pounika, Sportjournalist bei Radio Ndeke Luka, hält eine Rede bei einer Redaktionskonferenz in Bangui. Gwenn Dubourthoumieu/Fondation Hirondelle
Fondation Hirondelle
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Um sozialen Zusammenhalt zu schaffen, kann nicht einfach ein Dekret verabschiedet werden. Dazu braucht es gemeinsame Räume, wo sich die Menschen begegnen, einander zuhören und gemeinsame Bezugspunkte schaffen können. Medien haben die Möglichkeit solche Räume zu generieren, wenn sie gründlichen, inklusiven und verantwortungsvollen Journalismus betreiben. Seit dreissig Jahren gründet und unterstützt die Fondation Hirondelle unabhängige Medien in Konflikt- und Krisengebieten, wobei die Stärkung des sozialen Zusammenhalts im Mittelpunkt steht. Wir sind davon überzeugt, dass der Zugang zu verlässlichen Informationen essentiell ist, um Vertrauen wiederherzustellen, Dialog zu fördern und um die Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben zu schaffen.  

Das Radio Ndeke Luka in der Zentralafrikanischen Republik tut genau dies. Es wurde vor 25 Jahren von der Fondation Hirondelle gegründet. In dem gesellschaftlich gespaltenen Land nimmt es die Funktion eines «neutralen Raums» ein, in dem es für jede Stimme Platz hat. Täglich bieten Ndeke-Luka-Journalist:innen, wie Theoneste Pounika mit seiner Berichterstattung über lokale Sportnachrichten, der Bevölkerung Informationen, die eher verbinden als trennen, und bei denen alle Mitglieder der Gesellschaft zu Wort kommen.  

Vom Spannungs- zum Fussballfeld 
Medien haben die Fähigkeit in Krisensituationen Brücken zwischen Gemeinschaften zu bauen. Dies ist nicht nur in Konfliktgebieten, sondern in allen Kontexten relevant. Anlässlich der Frauenfussball-Europameisterschaft im Juli 2025 verbrachten sieben afrikanische Sportjournalist:innen eine Woche in der Schweiz. Der Aufenthalt wurde vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten unterstützt. Die Journalist:innen hatten dabei die Möglichkeit andere Institutionen, Redaktionen sowie Akteure aus den Bereichen Sport und Menschenrechte kennenzulernen. Sie alle sind davon überzeugt, dass Sportjournalismus den sozialen Zusammenhalt stärken kann. Und zwar, wenn er sich mit den gesellschaftlichen Dimensionen des Sports auseinandersetzt und über Leistung und Ergebnisse hinaus geht. 

Salamatou Kadri, Journalistin im Studio Kalangou (Niger) fasst die Situation so zusammen: «Im Niger hat Sport, speziell Fussball, eine sehr wichtige soziale Rolle. Er fördert den Zusammenhalt, verringert Ungleichheiten und stärkt die Selbstbestimmung von Frauen und Jugendlichen.»

Nützliche Ansätze für Frieden und für die Schweiz 
Egal ob es darum geht, die verbindende Rolle des Fussballs hervorzuheben oder gefährliche Gerüchte zu unterbinden, der Kern der journalistischen Arbeit bleibt derselbe: zuverlässige Informationen liefern. Im Idealfall auf eine Weise, die die Gemeinschaften einander näherbringt. Aus Erfahrung bricht Zusammenhalt ohne verifizierte Informationen unter dem Gewicht von Ängsten und Gerüchten auseinander. Nach wie vor existieren zahlreiche Herausforderungen wie politischer Druck, Desinformation oder begrenzte Ressourcen. Dies alles erinnert uns daran, dass Investitionen in unabhängige Medien sowie in eine sorgfältige Arbeitsweise der Journalist:innen, direkt zum sozialen Zusammenhalt beitragen. 

Auch die Schweiz mit ihren starken Institutionen und ihrer demokratischen Tradition bleibt von Spaltungen in der Gesellschaft und Desinformation nicht verschont. Die Förderung der Medienkompetenz, die Unterstützung der Meinungsvielfalt, die Stärkung unabhängiger Medien sowie des Vertrauens in den Journalismus sind hier ebenso wichtige Themen, wie in der Sahelzone oder der Zentralafrikanischen Republik. Die Stärkung des sozialen Zusammenhalts dient nämlich nicht nur der Gewaltprävention, sondern festigt auch das Fundament von demokratischen Gesellschaften. 

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