Begegnung im Bundesasylzentrum – Wie Kochen Vertrauen schafft

Ein Csf-Team kocht einmal monatlich mit und für die Bewohner:innen des BAZ Zürich. Csf
Cuisine Sans Frontières (Csf)
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Cuisines sans frontières Kochen im Csf-Bundesasylzentrum

Im Bundesasylzentrum Zürich (BAZ) zeigt sich, dass sozialer Zusammenhalt manchmal dort entsteht, wo man ihn am wenigsten erwartet – am Küchentisch. Statt mit grossen Programmen beginnt er hier mit einer einfachen Einladung zum Kochen. Gemeinsam mit Personen im laufenden Asylverfahren, freiwilligen Helfer:innen und dem Team von Cuisine sans frontières (Csf) entstehen in der BAZ-Küche nicht nur einfache Mahlzeiten, sondern kleine Inseln der Teilhabe, mitten im Wartezustand für ihren Asylentscheid.

Seit 2014 kocht Cuisine sans frontières in Zürcher Asylzentren – vormals im Testzentrum Juch und im Fogo in Altstetten. Das Projekt im Bundesasylzentrum Duttweiler wurde 2023 ins Leben gerufen und verfolgt ein klares Ziel: Geflüchteten Menschen, die sich in einer oft anonymen, temporären und fremdbestimmten Lebenssituation befinden, einen Raum zu bieten, den sie aktiv gestalten können und in dem sie sich austauschen und gesehen werden.

In einem Kontext, in dem vieles über ihre Köpfe hinweg entschieden wird, ist das Mitkochen ein Akt Selbstermächtigung. Die Idee ist so simpel wie wirkungsvoll: Einmal pro Monat wird gemeinsam mit Bewohner:innen des Zentrums gekocht. Die Zutaten orientieren sich an Herkunftsküchen, das fördert nicht nur kulinarischen Austausch, sondern stärkt auch kulturelle Identität und Selbstwertgefühl. Sprachbarrieren spielen kaum eine Rolle, wenn Handgriffe geteilt, Gewürze gereicht oder Zwiebeln geschnitten werden. Das anschliessende gemeinsame Essen öffnet Raum für Begegnung, mit anderen Bewohner:innen, mit Freiwilligen.

Dabei geht es nicht um Integration im klassischen Sinn, sondern um Beziehung. Um einen Rahmen, der Vertrauen zulässt. Denn viele der Teilnehmenden erleben im Asylprozess vor allem Kontrollverlust, Ablehnung oder Isolation. In der Küche dagegen zählt, was sie mitbringen, ihr Wissen, ihre Geschichten, ihre Geschmäcker. So entsteht ein Moment von Augenhöhe.

Herausfordernd ist, dass die Aufenthaltsdauer im BAZ oft sehr kurz ist. Viele Menschen sind nur wenige Wochen vor Ort, bevor sie transferiert werden. Nachhaltigkeit misst sich hier also weniger an langfristiger Bindung als an der Qualität der Erfahrung im Moment: Für manche ist es das erste Mal seit langem, dass sie sich willkommen fühlen.

Das Projekt zeigt: Sozialer Zusammenhalt braucht Räume der Zugehörigkeit. Räume, in denen Menschen sich als Subjekt erleben dürfen, mit ihrer Geschichte, ihrer Kultur, ihrem Rezept. Gerade in der Schweiz, wo Debatten um Migration oft von Angst und Abgrenzung geprägt sind, sind solche Begegnungsräume essenziell.

Kochen im BAZ ist keine Lösung für das Asylsystem. Aber es ist ein Anfang. Und vielleicht liegt genau darin seine Stärke.

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