Kolumbien – Wie ländliche Jugend den Triple Nexus umsetzt

Junge Bäuer:innen des ACA-Projekts in Kolumbien. Terre des hommes schweiz
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terre des hommes schweiz' ACA-Projekt

In der internationalen Zusammenarbeit wird seit rund zehn Jahren intensiv darüber diskutiert, wie sich der Triple Nexus – das Zusammenspiel von humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung – konkret umsetzen lässt. In vielen Ländern jedoch, insbesondere in jenen, welche von struktureller Gewalt und schwachen staatlichen Institutionen geprägt sind, ist dieser integrierte Ansatz längst gelebte Realität und kein theoretisches Modell.

In Regionen, die historisch von Marginalisierung, bewaffneten Konflikten und Umweltzerstörung betroffen sind, folgen lokale Antworten auf Krisen keinen klar getrennten, aufeinanderfolgenden Handlungsfeldern. Stattdessen entstehen integrierte, lebensnotwendige Massnahmen, die Überleben und Resilienz mit Schutz und Wandel verbinden. Junge Menschen in ländlichen Gebieten stehen dabei oft an vorderster Front – sie setzen den Triple Nexus ganz selbstverständlich um, ohne ihn als solches benennen zu müssen.

Bei terre des hommes schweiz erleben wir dies täglich durch die Arbeit unserer lokalen Partner:innen. In Antioquia, Kolumbien – einer Region, die seit Jahrzehnten unter bewaffneten Auseinandersetzungen, Vertreibung und sozialer Ausgrenzung leidet – leitet die Asociación Campesina de Antioquia (ACA) Initiativen, welche den Nexus-Ansatz in der Praxis verkörpern. Ihr Programm zur Stärkung der Jugend verteidigt Land, Kultur und Lebensgrundlagen während dem es die Jugend in nachhaltiger Agrarökologie, Menschenrechtsadvocacy und politischer Partizipation schult. Es handelt sich um einen langfristigen, kollektiven Lernprozess, in dem Jugendliche praktische Fähigkeiten erwerben, kritisches Bewusstsein entwickeln und schrittweise Führungsrollen in ihren Gemeinschaften übernehmen.

Diese Programme sind mehr als Entwicklungsprojekte – sie tragen zum Schutz inmitten von Vertreibungen, zur Friedensförderung, die in der Erinnerung und Kultur verankert ist, und zu humanitären Massnahmen bei, die Sicherheit gewährleisten und dringende Bedürfnisse wie nachhaltige Existenzgrundlagen durch lokal verwurzelte Lösungen erfüllen. Durch diese Programme setzten Jugendliche den Triple Nexus in die Praxis um.

Unsere Rolle bei terre des hommes schweiz besteht darin, diese Bemühungen zu begleiten und zu verstärken. Diese Erfahrungen prägen unseren übergreifenden Arbeitsansatz: Wir arbeiten mit lokalen Akteur:innen und unterstützen kontextsensible, jugendgeleitete Strategien in verschiedenen Regionen. Der Nexus-Ansatz hilft uns dabei, die Tiefe gemeinschaftsbasierter Strategien zu erkennen. Wenn junge Menschen agroökologische Gärten anlegen, Geschichten dokumentieren oder Wasser und Land schützen, dann setzen sie gleichzeitig Entwicklung, Frieden und humanitäre Hilfe um.

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