Ein Kompetenzzentrum für die effektive Umsetzung des HDP-Nexus

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In den letzten Jahren gab es viele Bemühungen zur Umsetzung des HDP-Nexus, um die Kohärenz, Koordination und Komplementarität der Arbeit in den humanitären, Entwicklungs- und Friedenssektoren zu stärken. Was in Theorie überzeugt, führt in der Praxis oft noch zu Verwirrung oder Schwierigkeiten. Gerade in Bezug auf die Friedensdimension im HDP-Nexus besteht oft Unklarheit über den tatsächlichen Friedensbeitrag von Nexus-Projekten. Im Vergleich zu den anderen beiden Sektoren ist die Integration der Friedensförderung im Nexus weniger stark entwickelt. Es gibt weniger Kooperationserfahrungen oder konzeptionelle Grundlagen, auf die man zurückgreifen könnte als zwischen den humanitären und entwicklungspolitischen Sektoren. swisspeace möchte diese Lücken gezielt angehen und seine Rolle als Schweizer Kompetenzzentrum für die Arbeit im HDP-Nexus stärken.

Das neue Kompetenzzentrum wird sich prioritär auf drei Themengebiete fokussieren: Die Messung und das Verständnis der Nexus Wirkungen, die Entstehung und Wirksamkeit neuer Nexus-Partnerschaften, sowie die Frage, welche Art von Frieden im Nexus gefördert wird. Innerhalb dieser Themenfelder werden spezifische Fragestellungen durch sogenannte «Learning Journeys» angegangen. Durch praxisorientierte Forschung werden breitere Erkenntnisse zur Arbeit im Nexus gewonnen und die methodologische Innovation vorangetrieben. Im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit mit Schweizer, internationalen und lokalen Akteur:innen, sowohl zur Identifikation von Wissenslücken als auch zum gemeinsamen Lernen und Austausch. Die Expertise und Erfahrungen lokaler Akteur:innen, von welchen viele bereits stärker in integrierten Ansätzen arbeiten, spielen dabei eine zentrale Rolle. Die generierten Erkenntnisse und Wissensprodukte werden in die von swisspeace offerierten Kurse einfliessen und breit geteilt, um Schweizer, internationale und lokale Organisationen in ihrer Arbeit zu informieren und ihre Kapazitäten in der Nexus-Arbeit zu stärken.

«Das Nexus-Kompetenzzentrum soll eine Plattform für den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Schweizer Akteur:innen bieten, die im Nexus tätig sind, um gemeinsam von unseren Erfahrungen und Tools für integrierte Ansätze zu profitieren und so unsere Praxis, speziell in komplexen Konfliktkontexten, verbessern zu können», so Roland Dittli, Co-Head des swisspeace Peacebuilding Analysis and Impact Programms. Eine wirkungsvollere Umsetzung des Triple-Nexus ist zentral für einen integrierten Ansatz, bei dem humanitäre Hilfe, Entwicklung und Friedensförderung komplementär zusammenwirken, um nachhaltiger Vulnerabilitäten, Bedürfnisse und strukturelle Ursachen von Konflikten und Fragilität anzugehen.

Angesichts des aktuellen Kontexts – geprägt durch Mittelkürzungen und eine sich verschlechternde friedens- und sicherheitspolitische Lage in vielen Regionen – ist es dringlicher denn je, die bestehenden Unklarheiten und Herausforderungen rund um die wirksame Umsetzung des HDP-Nexus anzugehen. «Wir stehen an einem Punkt, an dem wir uns bewusst und bestärkt für den Einsatz eines Nexus-Ansatzes entscheiden müssen», betont Tania Hörler, Co-Head des Peacebuilding Analysis and Impact Programms von swisspeace. «Gerade jetzt, wo wir erst recht mit weniger Mitteln mehr erreichen sollen, ist die gezielte Investition in effektive Koordination und Kommunikation zwischen den Sektoren unerlässlich, um positive Wirkung zu erzielen.»

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