In der aktuellen soziopolitischen Lage, geprägt von Polarisierung, Korruption, schwindendem Vertrauen und anhaltenden Konflikten, sind Räume, in denen Menschen einander begegnen, ins Gespräch kommen und Ideen austauschen können über Unterschiede in Herkunft, Alter oder sozialem Status hinweg, nach wie vor selten. Doch sozialer Zusammenhalt – der «Kitt», der Gemeinschaften zusammenhält, wie die UNECE es nennt – ist ein zentrales Werkzeug der Friedensförderung. Er stärkt Zugehörigkeit, Vertrauen und gegenseitigen Respekt und trägt so dazu bei, Konflikte zu verhindern – nicht nur in Krisen- oder Nachkriegssituationen, sondern auch für die Aufrechterhaltung eines nachhaltigen Friedens.
In dieser Oktober-Ausgabe von à propos teilen KOFF-Autor:innen Ansätze und Mechanismen, um sozialen Zusammenhalt zu bewahren, zu stärken oder wiederherzustellen. So vielfältig wie die gesellschaftlichen Bruchlinien sind, so vielfältig sind auch die Wege, sie zu überbrücken. Diese Ausgabe stellt einige kreative Beispiele vor: biografisches Storytelling und Dialog, Kunst und Kultur, gemeinsames Kochen, Vereinsgründungen, Heilung von generationenübergreifender Traumata oder der Umgang mit Konflikten um gemeinschaftliches Land.
Diese Bemühungen sind anspruchsvoll angesichts anhaltender Ungleichheiten, Machtungleichgewichte und sich überschneidender Identitäten. Sie werfen Fragen nach Wirksamkeit, Legitimität und übermäßiger Institutionalisierung auf. Für mehr sozialen Zusammenhalt ist es entscheidend, dass marginalisierte Gruppen – etwa Frauen, Jugendliche und Geflüchtete – den Prozess aktiv mitgestalten und sowohl gemeinsam mit den lokalen Gemeinschaften als auch mit Behörden einbezogen werden.
Tauchen Sie ein in unterschiedliche Kontexte, in denen das soziale Gefüge zerbrochen ist, und entdecken Sie Ansätze, um es zu stärken für widerstandsfähigere Gesellschaften, die Frieden langfristig erhalten können.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre.
Sanjally Jobarteh
Herausgeberin KOFF-Magazin




