Die Zahl autoritärer Regierungsformen nimmt zu. Im Jahr 2025 leben weniger als 12 % der Weltbevölkerung in liberalen Demokratien (der niedrigste Wert seit 50 Jahren) während 72 %, also 5,8 Milliarden Menschen, unter autokratischer Herrschaft stehen, wie Democracy Without Borders berichtet.
Solche Kontexte sind oft geprägt von drastischen Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten, strenger Informationskontrolle, einem stark eingeschränkten politischen Raum und einem weitreichenden staatlichen Einfluss auf nichtstaatliche Organisationen. Für die Zivilgesellschaft bedeutet dies enorme Herausforderungen.
Dennoch kommt ihr eine unverzichtbare Rolle zu: Menschenrechtsverletzungen und Straffreiheit zu dokumentieren und öffentlich zu machen — Phänomene, die in autoritären Systemen tendenziell zunehmen. Der Schutz ihres Handlungsspielraums bleibt daher von zentraler Bedeutung. Doch die ständigen Bedrohungen, von Einschränkungen ihrer Tätigkeiten über begrenzte Kommunikations- und Advocacy-Möglichkeiten bis hin zu Einschüchterung und Gewalt, haben bereits viele Organisationen zur Schliessung gezwungen.
Diese Ausgabe beleuchtet die Resilienz und die Kreativität der KOFF-Mitglieder und ihrer Partner, die ihre Arbeit in autoritären Kontexten fortsetzen und dabei Mitarbeitende, Partner und Projektteilnehmende schützen. Unter den hervorgehobenen Lösungsansätzen finden sich der Ausbau und die Diversifizierung von Allianzen und Finanzierungsquellen, Arbeiten aus dem Exil, diskrete Kommunikations- und Advocacy-Strategien, der Einsatz robuster Sicherheitsprotokolle und vieles mehr.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre.
Sanjally Jobarteh
Herausgeberin KOFF-Magazin




