Militärausgaben – auf Kosten einer nachhaltigen Friedensförderung

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Noch nie waren die weltweiten Militärausgaben so hoch wie heute und noch nie wurde so wenig in Friedensförderung und Konfliktprävention investiert. 2025 erreichten die Militärausgaben ein Rekordniveau von 2’887 Milliarden US-Dollar (SIPRI, 2025). Dagegen reduzierten Geldgeber:innen auf der ganzen Welt zwischen 2018 und 2023 ihre Mittel für Friedensförderung und Konfliktprävention um 12 Prozent (GPPi, 2025). Dieser Trend hat sich mit Beginn der zweiten Amtszeit der Trump-Regierung im Januar 2025 und der drastischen Kürzung öffentlicher Mittel für internationale Entwicklungshilfe noch verschärft.

Auch wenn die globale Sicherheitslage Anlass zur Sorge gibt, garantiert die Verlagerung von Investitionen auf militärische Massnahmen weder langfristige Sicherheit noch dauerhaften Frieden. Im Gegenteil: Die steigenden Verteidigungsausgaben tragen nicht nur zur Militarisierung von Gesellschaften bei, sondern begünstigen auch Gewalt und Unsicherheit. Das alles geschieht auf Kosten zentraler Sozialinvestitionen und wichtiger Elemente für nachhaltige Friedensförderung, wie Gesundheit, Bildung und internationale Zusammenarbeit. Auch die verheerenden Umweltauswirkungen der Rüstungsindustrie, die die Klimakrise und damit auch Konflikte verschärfen, dürfen nicht ausser Acht gelassen werden. Auf die Dauer richtet die überstürzte Aufrüstung irreparable Schäden an, vor allem, wenn nicht gleichzeitig entsprechende Investitionen in die Konfliktprävention getätigt werden.

Diese Entwicklung hat unmittelbare Folgen für die Arbeit von Frauen und Feminist:innen, die sich für Frieden engagieren und die von FriedensFrauen Weltweit unterstützt werden. Wenn sich Konflikte zuspitzen, der Bedarf an Nothilfe sowie psychosozialer Unterstützung steigt und der zivilgesellschaftliche Raum schrumpft, haben Frauen als Erste darunter zu leiden. Sie sind aber auch die Ersten, die Hilfe leisten. Dennoch werden sie weiterhin bewusst von den Debatten über die Zukunft ihrer Länder ausgeschlossen. Unsere «Waffe», mit der wir dieser Entwicklung entgegenwirken wollen, ist und bleibt die feministische Friedensförderung. Das bedeutet, Netzwerke und politische Allianzen zu bilden und zu unterstützen, die die friedensfördernde Arbeit von Frauen und Feminist:innen besser sichtbar machen. Es bedeutet auch, weiterhin bei Geldgeber:innen, Staaten und einflussreichen Personen – sofern wir Zugang zu ihnen haben – darauf zu drängen, Frauen in den Friedensprozess einzubeziehen. Denn in einem feministischen Kontext heisst «sich bewaffnen», dass man mitten im Krieg Raum für Friedensgespräche schafft.

Bewaffnete Konflikte sind nicht unvermeidlich. Frieden ist nicht statisch. Beide sind Folgen menschlichen und politischen Handelns. Die Regierenden haben es also in der Hand: Sie können in die Friedensförderung investieren und eine friedliche, gewaltfreie Welt aufbauen oder dazu beitragen, dass die Gewalt anhält. Eines ist klar: mehr Waffen machen die Welt nicht sicherer. Frieden erfordert einen offenen zivilgesellschaftlichen Raum, politischen Willen und transformative Investitionen.

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