In dieser Juni-Ausgabe von à propos teilen KOFF-Mitglieder ihre Erkenntnisse, ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen zum Triple Nexus – einem Konzept, das stärkere Kohärenz und positive Wirksamkeit zwischen den drei zentralen Säulen der internationalen Zusammenarbeit fordert: humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung.
Auch wenn Diskussionen über die Verknüpfung humanitärer und entwicklungspolitischer Ansätze bis in die 1980er-Jahre (Singer, 1985, 13) zurückreichen, wurde der Ansatz erst auf dem World Humanitarian Summit 2016 (UNSG, 2016). offiziell als Triple Nexus etabliert. Diese Entwicklung basiert auf der Erkenntnis, dass humanitäre Krisen, Entwicklungsfragen und gewaltsame Konflikte eng miteinander verflochten sind. Der Triple Nexus zielt darauf ab, koordinierte Strategien, gebündelte Finanzierungsmechanismen und inklusive Partnerschaften mit lokalen wie internationalen Akteur:innen über alle drei Säulen hinweg zu fördern.
Für viele Autor:innen dieser Ausgabe ist der Triple Nexus längst kein abstraktes Konzept mehr – er prägt zunehmend die Planung und Programmgestaltung ihrer Organisationen. Dennoch bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen, insbesondere bei der systematischen Integration der Friedensdimension. Unsere Beitragenden verweisen auf anhaltende Schwierigkeiten in der Koordination und Prioritätensetzung, begrenzte personelle Kapazitäten und zunehmenden finanziellen Druck. Diese Schwierigkeiten unterstreichen die Komplexität der praktischen Umsetzung des Triple Nexus und verdeutlichen, wie wichtig kontinuierliche kritische Reflexion und institutionelles Lernen bleiben – Anliegen, zu denen diese Ausgabe von à propos einen Beitrag leisten möchte.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre.
Sanjally Jobarteh
Herausgeberin KOFF-Magazin



