Information – Ein unverzichtbarer Dienst in geschlossenen Kontexten

Radhia Araissia und Amal Cherni, Journalistinnen von Friga FM, unterstützt durch das PACT-Projekt, führen ein Interview über das Radioprogramm und die Beziehung zwischen dem Sender und seinem Publikum. Kef, Tunesien, September 2025. Ala Zemzmi/Fondation Hirondelle
Fondation Hirondelle
Links:
Fondation Hirondelle

In vielen Ländern, in denen sich der zivilgesellschaftliche und mediale Raum zunehmend verkleinert, wird der Zugang zu verlässlichen Informationen zu entscheidender Bedeutung. Trotz Zensur und Propaganda produzieren die von der Fondation Hirondelle unterstützten Medien weiterhin nützliche Informationen, die im Alltag der Bevölkerung verankert sind. Dieser unverzichtbare Journalismus erinnert daran, dass Informationen kein demokratischer Luxus sind, sondern ein grundlegender, essenzieller Dienst. Indem sie den Bürger:innen Verständnis, Dialog und Handeln ermöglichen, tragen sie direkt zur Wahrung der Grundfreiheiten und damit zum Frieden bei.

Informieren, um zu leben
Wenn Freiheiten eingeschränkt werden, ist die Priorität der Medien der Fondation Hirondelle klar: informieren, um zu leben. In Burkina Faso erfüllt die wöchentliche Sendung Faso Yafa von Studio Yafa den dringenden Informationsbedarf von Binnenvertriebenen. Gesundheit, Sicherheit, Zugang zu humanitären Dienstleistungen: Neben der Bereitstellung wichtiger Informationen verbindet diese Sendung die entwurzelten Menschen mit ihren Aufnahmegemeinschaften und sensibilisiert gleichzeitig das ganze Land für ihre Lebensbedingungen. In einem von Gewalt und Angst geprägten Umfeld tragen diese Informationen dazu bei, Verbindungen wiederherzustellen, den Menschen Würde und Perspektiven zurückzugeben und Spannungen abzubauen.

Lokale Vernetzung als Schlüssel zum Vertrauen
In Umgebungen, in denen die Meinungsfreiheit nach wie vor fragil ist, bildet ein Netzwerk engagierter Journalist:innen und lokaler Akteure das Rückgrat für glaubwürdige Informationen. In Tunesien veranschaulicht das von der Fondation Hirondelle unterstützte Programm zur aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger (PACT) diese Dynamik. Durch die Stärkung der Kapazitäten lokaler Medien und zivilgesellschaftlicher Organisationen fördert das Projekt eine in der Realität der Regionen verankerte Berichterstattung und einen offenen Dialog zwischen Bürger:innen und Institutionen. Dieses Netzwerk lokaler Stimmen ermöglicht es, über die konkreten Anliegen der Gemeinden zu berichten, gegen Desinformation anzukämpfen und das Vertrauen in die öffentliche Meinung wiederherzustellen. Diese Räume für Austausch und Beteiligung fördern eine aktive Zivilgesellschaft, die für den Aufbau eines dauerhaften Friedens unerlässlich ist.

Das Exil, letzte Zuflucht der Freiheit
Wenn Schweigen zum Gesetz wird, bleibt manchen Medien nichts anderes übrig, als ins Exil zu gehen, um weiterhin informieren zu können. Dies ist der Fall bei Frontier Myanmar, einem Medienpartner der Fondation Hirondelle, mit dem sie seit 2017 Doh Athan produziert, einen Podcast zum Thema Menschenrechte. Von Thailand aus geben seine Journalist:innen den Opfern eine Stimme und öffnen ihre Mikrofone sowohl für die im Exil lebenden Gemeinschaften als auch für diejenigen, die im Land geblieben sind. Indem sie diese Verbindung aufrechterhalten, erinnern sie daran, dass Informationen Grenzen überschreiten, das Bewusstsein verbinden und dass diese Kontinuität es ermöglicht, das kollektive Gedächtnis lebendig zu halten und die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft zu bewahren.

So stellt die Fondation Hirondelle seit mehr als dreissig Jahren den Journalismus in den Dienst von Bevölkerungsgruppen, die mit Krisen, Konflikten oder der Schliessung ziviler Räume konfrontiert sind. Durch die Unterstützung unabhängiger Medien, die Ausbildung von Journalist:innen und die Förderung des Dialogs verteidigt sie eine einfache und universelle Überzeugung: Der Zugang zu verlässlichen Informationen ist der erste Schritt zu Freiheit und Frieden.  

<>