Da sich bewaffnete Konflikte und geopolitische Rivalitäten weltweit zuspitzen, werden die sicherheitspolitischen Prioritäten neu ausgerichtet. Regierungen setzen zunehmend auf militärische Verteidigung und Aufrüstung. Diese Schwerpunktverlagerung geht zulasten menschenzentrierter Sicherheitsansätze sowie langfristiger Investitionen, die für einen nachhaltigen Frieden erforderlich sind.
Der Trend hat sich im vergangenen Jahr beschleunigt. Die US-Regierung hat die Mittel für die Auslandsunterstützung drastisch gekürzt, obwohl diese weniger als ein Prozent des Bundeshaushalts ausmachen.1 Auch in der Schweiz zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab: Die im Dezember 2025 vom Staatsekretariat für Sicherheitspolitik (SEPOS) lancierte Schweizer Sicherheitspolitische Strategie legt den Fokus stark auf militärische Einsatzbereitschaft und die Landesverteidigung. Werden Ressourcen in Richtung Rüstung umgelenkt, sinken die finanziellen, personellen und politischen Mittel für Friedensförderung, humanitäre Hilfe und nachhaltige Entwicklung. Das erhöht den Druck in unseren Tätigkeitsfeldern erheblich und zwingt viele Organisationen, ihren Leistungsumfang zu reduzieren, Stellen abzubauen oder gar ihre Arbeit einzustellen.
Diese Ausgabe von à propos erscheint vier Monate nach dem Start des Konsultationsprozesses zur Schweizer Sicherheitspolitischen Strategie durch KOFF, der zur Veröffentlichung der gemeinsamen Stellungnahme führte. Mit den Beiträgen in dieser Ausgabe unterstreichen die KOFF-Mitglieder, dass Sicherheit über militärische Reaktionen hinausgehen muss. Neben dem Druck, die eigene Arbeit fortzuführen, zeigen sie, wie die wachsende Dominanz militärischer Ansätze und die damit verbundenen Rechtfertigungsnarrative ebenfalls Ressentiments und Konflikte befeuern können. Nachhaltiger Frieden und Sicherheit erfordern Investitionen in Gewaltprävention – durch die Bearbeitung ihrer Ursachen sowie die Stärkung inklusiver, menschenzentrierter Ansätze.
1 Reuters (2026). «A year after USAID shutdown, Americans still back foreign development aid, poll shows, 30 June 2026.»





