Triple Nexus und HEKS in Niger

Transhumante Viehzüchter in Maradi, Niger im Oktober 2021. Ollivier Girard / HEKS
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HEKS (die Hilfsorganisation der Schweizer protestantischen Kirchen) ist seit den 1970er Jahren in Niger tätig und führt derzeit Projekte durch, die sich auf die nachhaltige Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen konzentrieren. Wie in einem Bericht der Weltbank dargelegt, sind 80% der nigrischen Bevölkerung von der Land- und Viehwirtschaft abhängig, die oft ihre einzige Lebensgrundlage darstellt. Verschiedene Faktoren wie das Bevölkerungswachstum des Landes, die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Bodenqualität und die übermäßige Nutzung bestimmter Ressourcen haben jedoch zu einer Erschöpfung der natürlichen Ressourcen geführt, was die Fortsetzung dieser einkommensschaffenden Tätigkeiten zunehmend erschwert. 

HEKS hat ausserdem festgestellt, dass die Hauptkonfliktquellen im ländlichen Niger eng mit dem Zugang zu und der Kontrolle von natürlichen Ressourcen, insbesondere Wasser und Land, verbunden sind. Die Knappheit zwingt die Bauern, auf Land und Wasserquellen zuzugreifen, die traditionell für die Weidewirtschaft reserviert waren. Infolgedessen schädigen Hirten, die ihre Herden durch Weidegebiete führen, unbeabsichtigt die Ernte, was zu Spannungen und gelegentlich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit sesshaften Bauerngemeinschaften führt.

Diese Konflikte sind in erster Linie auf die Dynamik zwischen den Gemeinschaften zurückzuführen, können aber auch Bewohner desselben Dorfes betreffen, die gezwungen sind, dieselben landwirtschaftlichen Flächen oder Ressourcen zu teilen. 

In den letzten zehn Jahren hat HEKS seine Bemühungen im Bereich der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen auf die Regionen Maradi und Zinder konzentriert, wo diese Konflikte besonders stark ausgeprägt sind. Die Organisation verfolgt drei Hauptziele:  

  • Verbesserung der Ressourcenverfügbarkeit durch Reaktivierung von degradiertem Land und Verbesserung des Zugangs zu Wasser in vernachlässigten Gebieten (Wasser ist die zweitknappste Ressource).  
  • Einrichtung inklusiver und partizipatorischer Mechanismen zur Konfliktbewältigung in Zusammenarbeit mit den Gemeinschaften und lokaler Behörde, ob staatlich oder traditionell, mit dem Ziel der Förderung einer friedlichen Konfliktlösung.  
  • Unterstützung von Verhandlungen über die Entwicklung von Korridoren für die Durchreise von nomadischen Hirten und Finanzierung des Baus von Tränken entlang dieser Korridore. 

In einer Zeit, in der das Konzept des «triple nexus» von humanitärer Hilfe, Entwicklungzusammenarbeit und Friedensförderung in der internationalen Zusammenarbeit an Bedeutung gewinnt, veranschaulicht das in diesem Artikel beschriebene Projekt, wie wertvoll es ist, auf allen drei Ebenen zu intervenieren, um die Lebensbedingungen der lokalen Gemeinschaften zu verbessern. Durch die Verbesserung des Zugangs zu natürlichen Ressourcen und die Unterstützung von Mechanismen zur Konfliktlösung in der Region fördert die Organisation die Ernährungssicherheit und die friedliche Koexistenz zwischen mobilen Hirten und sesshaften Bauern und trägt so zur Verringerung der humanitären Bedürfnisse bei. 

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