Burkina Faso – Solidarische Aktion im Triple-Nexus zur Bewältigung der Instabilität  

Gorom Gorom Lager für für Binnenvertriebene, April 2023. Fastenaktion
Fastenaktion
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Fastenatkion

Unsere Partnerorganisationen in Burkina Faso sind vermehrt mit terroristischer Gewalt konfrontiert. Diese manifestiert sich in Form von nicht-identifizierten bewaffneten Männern, die sich in den meisten Projektregionen bewegen, unregelmäßigen Kontrollen auf den Landstrecken, bewaffneten Überfällen mit Todesopfern und Entführungen. Die Folgen sind vielfältig, darunter die Vertreibung der Projektbegünstigen, die Unmöglichkeit gewisse Projektregionen zu besuchen, und die Betreuung der Projektbegünstigten zu gewährleisten. Das Monitoring der Aktivitäten ist schwierig geworden und muss teilweise, sofern möglich, telefonisch durchgeführt werden. Konkrete Beispiele verdeutlichen dieses Phänomen: Eine unserer Partnerorganisationen musste mit Hilfe eines humanitären Fluges einen Workshop in der Hauptstadt Ouagadougou erreichen, da die Reise auf dem Landweg zu viele Risiken mit sich brachte. Ein Koordinator einer anderen Organisation im « Centre-Nord » wurde kürzlich bei einer Busfahrt Opfer eines bewaffneten terroristischen Überfalls.

Als Organisation der Entwicklungszusammenarbeit erkennen wir zunehmend die Notwendigkeit der Umsetzung von humanitären Massnahmen um die unserer Ziele zu erreichen und stellen uns verstärkt die Frage, inwieweit und auf welche Weise unsere Arbeit mit diesen, ergänzt werden kann (Triple-Nexus). Besonders in unseren Projekten, die die intern Vertriebenen (IDPs) unterstützen, besteht in dieser Hinsicht grosses Potenzial. Mehrere unserer Projektpartner führen gleichzeitig kleine humanitäre Projekte zur Unterstützung der Binnenvertriebenen durch. Dabei geht es hauptsächlich darum, einen Beitrag zur Verbesserung der Ernährungssicherheit und Stärkung der Lebensgrundlagen zu leisten, um die Resilienz der Betroffenen zu stärken. Dazu werden die Haushalte durch einkommensschaffende Maßnahmen, Aufklärungsarbeit und die Ausstattung der Haushalte mit verschiedenen Materialkits unterstützt; z.B. zur Herstellung von Seifen für den Verkauf.   

Ein weiterer Mechanismus zur Stärkung der Resilienz liegt in der Förderung der sozialen Kohäsion. Dies geschieht unter anderem durch Spargruppen oder Gemeinschaftsfelder, sowie durch Massnahmen zur Konfliktsensitivität wie dem «Do No Harm Approach». Auf der individuellen Ebene findet in einem Projekt ein Pilotversuch einer Schulung zu psychosozialer Unterstützung für alle Projektmitarbeiter:innen statt und Fastenaktion hat durch das Rote Kreuz Burkina Faso einen Erste-Hilfe-Kurs für die Koordinator:innen und Projektverantwortlichen durchgeführt. Denn die Belastung, die aus der Projektarbeit resultiert, ist nicht zu unterschätzen.

In Bezug auf die Friedensförderung arbeiten wir eng mit den Partnerorganisationen zusammen, um die Partizipation der Gemeinschaften zu fördern. Potenziell konfliktträchtige Situationen werden analysiert, um eventuelle negative Folgen der Projektaktivitäten zu antizipieren. Dies ist besonders im Hinblick auf den Einbezug der IDPs in die Projekte wichtig. Denn Gastgemeinden können sich vernachlässigt fühlen, wenn humanitäre Organisationen ihre Hilfe nur an die Vertriebenen richten. Wenn auch nicht beabsichtigt, kann dies zu Konflikten führen. Dem Versuchen wir in den langfristigen Entwicklungsprojekten und in den wenigen kleinen humanitären Projekten entgegenzuwirken, in dem wir beide Gruppen, die Gastgemeinden und IDPs gleichzeitig unterstützen und zur Zusammenarbeit ermutigen.

Angesichts der aktuellen Situation stehen wir vor grossen Herausforderungen und sehen die Notwendigkeit, humanitäre Massnahmen, Friedensförderung und Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen des Triple-Nexus Ansatzes zu verbinden. Dementsprechend werden wir weiterhin Flexibilität und Innovationsfähigkeit in der Konzeption und Umsetzung der Projekte beweisen müssen. Denn es ist schwer abzuschätzen, wie sich die Sicherheitssituation in der Region in Zukunft entwickeln wir. 

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