Lokalisierung bei terre des hommes schweiz – Ein Power Shift

terre des hommes schweiz veranstaltete im September 2025 sein erstes Knowledge Camp, bei dem zum ersten Mal alle Partner des Knowledge Hub zusammenkamen. Simbabwe, terre des hommes schweiz
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Lokalisierung bedeutet für terre des hommes schweiz (tdhs) einen Power Shift. Verantwortung und Entscheidungsmacht werden konsequent dorthin verlagert, wo Programme umgesetzt werden. Die Co-Programmkoordination und Co-Themenverantwortung zeigten exemplarisch, wie dieser Anspruch in der Praxis umgesetzt wird.

Seit Anfang 2023 wird im Afrikakontext von der bisherigen Struktur mit einer alleinigen Programmkoordination und Themenverantwortung in Basel abgewichen. Beide Funktionen werden seither zwischen einer Person in der Schweiz und einer Person in Simbabwe geteilt. Dadurch werden Entscheidungsprozesse stärker nach dem lokalen Kontext ausgerichtet und Verantwortung gemeinsam getragen. Lokale Expertise kommt so direkt zum Zug und ist nicht abhängig von hierarchischen Nord-Süd-Entscheidungen.

Die geteilte Verantwortung ermöglicht eine Arbeitsteilung entlang räumlicher und institutioneller Anforderungen. Die in der Schweiz angesiedelte Person übernimmt Aufgaben wie Networking, den Austausch mit den Auftraggebern wie die DEZA sowie die Abstimmung mit Schweizer Geldgeber:innen. Die in Simbabwe tätige Person bringt die Nähe zu Projekten, Partnerorganisationen und lokalen Netzwerken ein, führt vermehrt Projektvisitationen durch und verfügt über ein vertieftes Verständnis der lokalen Gegebenheiten. Entscheidungen können dadurch kontextbezogener getroffen werden, ohne die institutionelle Anbindung an die internationale Verwaltung zu verlieren.

Die bisherigen Erfahrungen mit dieser Co-Verantwortung sind überwiegend positiv.
Anstatt erst um Erlaubnis zu bitten, wird viel mehr direkt über Entscheide informiert. Die Abläufe werden dadurch schlanker und effizienter. Der Einbezug der Expertise aus den Programmländern ermöglicht zudem informiertes Mitentscheiden und Mitgestalten auf strategischer Ebene. Das alles geht jedoch mit einer sprachlichen Herausforderung einher, da es Englisch auch für das Team in Basel als Hauptarbeitssprache notwendig macht. Der sprachliche Aspekt muss berücksichtigt werden, wenn die Co-Verantwortung auf weitere, nicht englischsprachige Gebiete ausgeweitet wird.

Aufgrund der insgesamt positiven Erfahrungen wird das Modell der Co-Verantwortung derzeit auf das Handlungsfeld Friedenskultur in Kolumbien übertragen. Damit wird ein weiterer Schritt in Richtung eines stärkeren Power Shifts der Programmarbeit von terre des hommes schweiz unternommen.


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