Friedensförderung in Irpin – Vom Einzelnen zur Gemeinschaft

Andrzej Otrębski, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Bahá’í-Pionier:innen in Irpin
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Bahá’í Schweiz

Die Entwicklung sinnvoller und nachhaltiger Massnahmen zur Friedensförderung ist in Zeiten von Budgetkürzungen, instabilen Rahmenbedingungen und einer zunehmend politisierten Sicht auf den Frieden eine Herausforderung. Doch inmitten von Unsicherheit und Wandel bleibt das Bedürfnis nach Sicherheit, Würde und Wohlergehen unverändert bestehen, insbesondere für Zivilist:innen, die in von Konflikten betroffenen Gebieten leben. In der Ukraine hat der Fokus auf sozialen Zusammenhalt in der Gemeindearbeit günstige Voraussetzungen für den Frieden geschaffen. Trotz der unsicheren Lage entwickeln sich die Initiativen weiter und halten an.

Die Bahá’í erkennen die Bedeutung «anhaltender Bemühungen zum Aufbau von Gemeinschaften, die Hoffnung statt Verzweiflung und Einheit statt Konflikt bieten» an. Wie bei vielen Friedensförderungsbemühungen der Bahá’í-Gemeinden standen Einzelpersonen und lokales Handeln im Mittelpunkt des Fortschritts. Wenn Menschen im Geiste der Einheit zusammenkommen und praktische Schritte unternehmen, um ihr Umfeld zu verbessern, können sie ihre Energie darauf richten, zum Wohlergehen anderer beizutragen. Auf dieser Grundlage entstehen die Beziehungen und Formen der Zusammenarbeit, von denen friedliche Gemeinschaften leben.

In Irpin, eine Stadt in der Ukraine, liefert die Eröffnung des VOLIA-Gemeinschaftszentrums im September dieses Jahres ein greifbares Beispiel dafür, was solche Bemühungen bewirken können. Sie zeigt, wie nachhaltiges Engagement an der Basis zu einer dauerhaften Ressource für den Frieden und zur Stärkung ganzer Gemeinschaften beitragen kann. Dieses neue Gemeinschaftszentrum ist das Ergebnis von mehr als zwei Jahren lokal verankerter Aktivitäten, wachsender Beteiligung und Beziehungen, die auf dem gemeinsamen Wunsch beruhen, trotz des tobenden Kriegs zum Gemeinschaftsleben beizutragen.

Heute stammt die Finanzierung aus Initiativen, die ursprünglich zur Unterstützung ukrainischer Geflüchteter in der Schweiz ins Leben gerufen wurden und sich im Laufe der Zeit zu einer Brücke für Projekte in der Ukraine entwickelt haben. Kreative Workshops und Studiengruppen, die von Bahá’ís und ihren lokalen Ansprechpartnern organisiert werden, bringen Menschen zusammen, um eine sichere und friedliche Zukunft zu gestalten. Lokale Organisationen und Institutionen unterstützen diese Initiativen. Das Geflüchtetenzentrum in Irpin öffnete beispielsweise seine Türen für Aktivitäten, da seine Mitglieder erkannten, wie wichtig es ist, Möglichkeiten zur Verbindung, zum Zusammenhalt und zur Freude unter den vertriebenen Ukrainer:innen zu schaffen.

Für die Bahá’í, die diese Arbeit in der Ukraine vorantreiben, zeigen sich die Auswirkungen am deutlichsten in vertieften Beziehungen und in Veränderungen der Art und Weise, wie die Menschen ihre Zukunft gestalten. Gemeinschaftszentren sind in dieser Region nach wie vor selten. Doch die Hoffnung und die Bestrebungen, die aus dieser gemeinschaftsbildenden Arbeit hervorgingen, zeigten, wie sehr ein Ort wie dieser notwendig war. Solche Veränderungen in den Einstellungen und Visionen lassen sich nur schwer quantifizieren. Frieden kann nicht einfach als messbares Ergebnis verstanden werden, sondern als ein fortlaufender Prozess des Vertrauensaufbaus, der Förderung der Teilhabe und der Befähigung der Menschen, Verantwortung für ihre Gemeinschaften zu übernehmen. Dies sind die Grundlagen, die die Widerstandsfähigkeit stärken und es den Gemeinschaften ermöglichen, ihre eigene Zukunft zu gestalten. Das Beispiel von VOLIA in der Ukraine zeigt, dass sich selbst in einem unbeständigen Umfeld kleine Schritte der Mitwirkung zu einem nachhaltigen Impakt summieren können.

Für diejenigen in der Schweiz, die mehr über die Lebenserfahrungen und den Gemeinschaftsaufbau in der Ukraine erfahren möchten: Bahá’í-Pionier:innen in Irpin stellen diesen Entwicklungsprozess regelmässig vor und teilen Geschichten und Reflexionen in regelmässigen Online-Treffen.

[1] Das universale Haus der Gerechtigkeit, «Ridván-Botschaft». April 2024. Das Bahá’í-Weltzentrum.

[2] Einheit wird hier als Liebe definiert und impliziert Vielfalt, nicht Einheitlichkeit. Schriften und Äusserungen von ‘Abdu’l-Bahá. Teil II, 1901, S. 140, 148.


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